Kongenitaler Nävus: Wie Marika ihre Pigmentstörung zu ihrer Stärke machte

31. Oktober 2018 - 8:14 Uhr

Marika kommt mit kongenitalen Nävi zur Welt

"Es ist nur Farbe" - dieser Satz ist zu Marika Nagys Lebensmotto geworden. Er hilft ihr, ihrem ungewöhnlichen Aussehen nicht zu viel Bedeutung zukommen zu lassen, sich nicht anders zu fühlen. Ein normales Leben zu führen. Denn all das ist der 21-Jährigen als Teenager nicht vergönnt. Wegen einer Pigmentstörung wird Marika von ihren Mitschülern gemobbt. Ein Horrortrip - bis sie ihren vermeintlichen Makel zu ihrer Stärke macht. Wie sie das geschafft hat, erzählt sie im Video.

Von Mitschülern gemobbt, weil sie anders aussieht

Beschimpfungen, Anfeindungen, Schläge: Als Marika in die fünfte Klasse kommt, geht der Albtraum los. "Es waren zuerst Hänseleien. Hier und da ein paar Sprüche, dann wurden aus den Sprüchen schlimmere Anfeindungen, Lügen wurden erzählt, dann kam die körperliche Gewalt hinzu - und am Ende ist dann alles nur noch eskaliert", erinnert sich Marika im Interview mit RTL.

Der Grund für die Anfeindungen: Marika sieht anders aus. Sie kommt mit "kongenitalem Nävus" zur Welt, einer Pigmentstörung, durch die ihr Körper mit dunklen Flecken übersäht ist.

Heute geht sie offensiv mit dem Thema um

Obwohl die Familie der heute 21-Jährigen aus Bremen immer hinter ihr steht, zerbricht Marika fast an den Hänseleien ihrer Mitschüler. Auch ein Schulwechsel bringt nur zeitweise etwas. Erst eine Therapie kann ihr helfen. Heute geht sie ganz offen mit ihren Flecken um, postet fleißig auf ihrem eigenen Instagram-Kanal und ist Mutter eines kleinen Sohnes.

Was ist kongenitaler Nävus

Ein kongenitaler Nävus, auch konnataler Nävus genannt, ist wortwörtlich ein angeborenes Muttermal. Geht es um mehrere Muttermale, spricht man von Nävi. Auf den ersten Blick lassen sich die Flecken auf der Haut mit Leberflecken vergleichen. Allerdings sind sie in der Regel deutlich größer. Die meisten Nävi haben einen maximalen Durchmesser von drei bis vier Zentimetern, können in seltenen Fällen aber auch eine Größe von bis zu 40 Zentimetern erreichen, wie das Klinikum Kassel auf seiner Internetseite erklärt. In diesem Fall spricht man von Riesennävi.

Etwa ein Prozent aller Neugeborenen kommt mit kongenitalen Nävi zur Welt. Sie entstehen während der Embryonalentwicklung und sind nicht vererbbar. Da sich die mittel- bis dunkelbraunen Flecken im Laufe des Lebens verändern können, ist eine regelmäßige Untersuchung vom Hautarzt wichtig. Zwar sind die Nävi in der Regel gutartig, es besteht jedoch ein erhöhtes Risiko für Hautkrebs.