Anklage nach Horror-Tat in Köln

Frau (21) in WG wie Sklavin gehalten und zu Tode gefoltert

Tagelang soll eine Frau (21) wie eine Sklavin gehalten und misshandelt worden sein. Nach dem Martyrium starb sie (Symbolbild).
Tagelang soll eine Frau (21) wie eine Sklavin gehalten und misshandelt worden sein. Nach dem Martyrium starb sie (Symbolbild).
© imago images/onw-images, Marius Bulling via www.imago-images.de, www.imago-images.de

26. Februar 2021 - 10:40 Uhr

Misshandlung in Köln: 21-Jährige starb an multiplem Organversagen

Es ist eine schockierende Tat, die sich im Frühjahr 2020 in Köln ereignete. Tagelang soll eine Frau (21) wie eine Sklavin gehalten und misshandelt worden sein – von ihren eigenen Mitbewohnern. Nach dem Martyrium starb die Frau an multiplem Organversagen. Die Staatsanwaltschaft hat nun Anklage gegen vier Personen erhoben, wie die "Kölnische Rundschau" berichtet.

Ex-Freund des Opfers unter den Angeklagten

Die vier sind wegen des Verdachts der gemeinschaftlichen Körperverletzung mit Todesfolge angeklagt. Unter den Beschuldigten ist auch Sven K. (25), der Ex-Freund des Opfers. Außerdem sind Sabine H. (31), Petra H. (29) und Christopher S. (28) angeklagt. Keiner der vier ist derzeit in Haft, wie RTL vom Landgericht Köln erfuhr. Im Falle einer Verurteilung drohen ihnen jeweils drei bis 15 Jahre Haft. Wann der Prozess beginnt, ist unklar.

25-Jähriger soll Ex-Freundin brutal angegriffen haben

Laut Anklage begannen die Misshandlungen, als Sven K. und die 21-Jährige sich trennten. Der Mann soll seine Ex-Freundin brutal angegriffen haben. Die Details aus der Anklageschrift sind schockierend. Die 21-Jährige soll gewürgt, mit einer Hundeleine geschlagen und mit Arbeitsstiefeln getreten worden sein. Sie habe Hiebe in den Unterleib und an weiteren Stellen des Körpers bekommen. Als ein weiteres Paar dauerhaft in der Wohnung lebte, wurden die Gewaltexzesse intensiver. "Die Frau erlitt am gesamten Körper zahlreiche intensive Verletzungen", erklärte Landgerichtssprecher Dr. Jan Orth. Aber es sei kein Arzt gerufen worden.

In Kölner WG wie Sklavin gehalten

Ungefähr vom 23. bis 28. April 2020 sollen die vier Angeklagten dem Bericht zufolge die junge Frau wie eine Sklavin behandelt haben. Sie nahmen ihr das Handy weg: die 21-Jährige durfte alles nur mit Einwilligung der Angeklagten machen, etwa zur Toilette gehen. Bei "Regelverstößen" soll sie bestraft worden sein, indem sie den Boden ablecken musste.

Freundin alarmierte die Polizei

Als eine Freundin die 21-Jährige vermisste, weil diese nicht ans Telefon ging, alarmierte sie die Polizei. Rettungskräfte fanden die schwerstverletzte Frau schließlich in der WG im Kölner Stadtteil Höhenberg. Im Krankenhaus in Köln-Merheim stellten Ärzte bei ihr "diverse Brüche" sowie ein akutes Nierenversagen fest. Die 21-Jährige starb nach Angaben der Staatsanwaltschaft am 6. Juli 2020.