Kurz vor dem Gespräch klicken die Handschellen

Knast statt neuem Job: Stalker (38) wird vor Bewerbungsgespräch festgenommen

Die Kriminalpolizei nahm den gesuchten Stalker fest. Foto: Frank Molter/dpa/Symbolbild
Die Kriminalpolizei nahm den gesuchten Stalker fest. Foto: Frank Molter/dpa/Symbolbild
© deutsche presse agentur

03. September 2021 - 8:58 Uhr

Bewerber war ein gesuchter Mann

Beamte der Kriminalpolizei Göttingen haben in Braunlage einen Bewerber festgenommen, der zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen war. Der 38-Jährige wollte Tourismus-Manager werden - dabei wurde er von der Polizei gesucht.

38-Jähriger wollte Tourismus-Manager werden

Zuerst hatte die "Goslarsche Zeitung" berichtet. Der 38-Jährige aus dem niedersächsischen Göttingen hatte sich auf die Stelle als Geschäftsführer der Braunlage-Tourismus-Gesellschaft und Leiter der Städtischen Betriebe beworben. Im Juli wurde er zum Vorstellungsgespräch eingeladen, um eine kleine Gruppe Kommunalpolitiker von sich zu überzeugen. Von seiner kriminellen Vergangenheit wussten die offenbar nicht.

Wegen Stalkings auf Bewährung

Nach Angaben des Göttinger Oberstaatsanwalts Andreas Buick war der Mann im vergangenen Dezember wegen Stalkings zu einer Strafe von einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung verurteilt worden, wie die Zeitung berichtete. Allerdings habe er mehrfach gegen Bewährungsauflagen verstoßen, ein Sicherungshaftbefehl wurde erlassen.

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Stalker war in der engeren Auswahl

Nach Informationen der Zeitung soll die Polizei über die Agentur für Arbeit von dem Vorstellungsgespräch erfahren haben. Die Kommunalpolitiker reagierten dem Vernehmen nach mit Erstaunen auf die Verhaftung des Mannes, der aus dem Bewerberkreis immerhin in die engere Auswahl gekommen war.

Mittlerweile habe das Gericht seine Bewährung widerrufen: "Der Mann verbüßt jetzt eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten in einer Justizvollzugsanstalt", so der Oberstaatsanwalt. Für die Stelle des Tourismus-Managers sei inzwischen ein anderer Bewerber ausgewählt, der zum 1. Oktober die Stelle antrete. (dpa/lzi)