STIKO empfiehlt Impfungen für alle Kinder ab 12 Jahren

Dr. Burkhard Rodeck: "Sobald man das in Schulen macht, wird natürlich dort ein gewisser Druck aufgebaut"

17. August 2021 - 13:27 Uhr

Empfehlung nach neuer Datenauswertung

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat nun doch eine generelle Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren ausgesprochen. Nachdem in der Zulassungsstudie von BioNtech/Pfizer noch zu wenige Kinder eine Spritze bekommen hatten und nicht genug Daten vorlagen, sind inzwischen Millionen Kinder mit einem mRNA-Impfstoff immunisiert und es liegen ausreichend Erkenntnisse über die Sicherheit des Impfstoffs vor. Das schaffe Vertrauen für Familien, ihre Kinder impfen zu lassen, glaubt Dr. Burkhard Rodeck, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin.

"Ich glaube, das ist auch dem Umstand zuzuschreiben, dass die STIKO hier sehr sorgfältig abgewartet hat und die Daten ausgewertet hat und nicht vorschnell gefordert hat, jetzt müssen wir eben alle Kinder impfen", schätzt er ein. Ob durch eine Impfung dennoch Risiken bestehen und wo Kinder jetzt am besten geimpft werden sollten, erklärt Dr. Rodeck im Corona Talk im Video.

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Studien für Impfstoff für unter 12-Jährige laufen

Mecklenburg-Vorpommern startet am Dienstag mit Impfungen für über 16-Jährige in Schulen. Dieses Angebot bewertet Dr. Burkhard Rodeck allerdings skeptisch: "Sobald man das in den Schulen macht, wird natürlich dort ein gewisser Druck aufgebaut auf die Kinder, auf die Eltern, die möglicherweise sich noch nicht impfen lassen wollen", befürchtet er. Stattdessen sei der Kinder- und Jugendarzt der erste Ansprechpartner bei Kinderimpfungen. Zudem sollten Impfungen nicht Voraussetzung für die Teilnahme am Präsenzunterricht werden, appelliert Rodeck.

Alle über 12-Jährigen können sich nun also auch mit Empfehlung impfen lassen. Für die unter 12-jährigen Kinder gibt es noch keine Impfstoffzulassung. Daran werde von den Herstellern aber schon gearbeitet. "Die Impfstoffhersteller sind verpflichtet nach europäischen Regeln einen sogenannten pädiatrischen Prüfplan vorzulegen. Das heißt also einen Prüfplan auch für die Jüngeren", erklärt der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin.

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