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Viele Eltern scheuen in Coronazeiten den Arztbesuch

Krebsfälle bei Kindern bleiben öfter unentdeckt

Bei Erkrankungen wie Krebs ist es entscheidend, so früh wie möglich mit einer Therapie zu beginnen.
Bei Erkrankungen wie Krebs ist es entscheidend, so früh wie möglich mit einer Therapie zu beginnen.
© iStockphoto

04. März 2021 - 14:24 Uhr

Eltern sind verunsichert

Normalerweise melden sich in der Kinderonkologie in Buch ein bis zwei Kinder pro Woche, bei denen Krebs diagnostiziert wird. Zwischen Mitte Dezember und Mitte Februar gab es aber überhaupt keine Neuerkrankungen, sagt Dr. Patrick Hundsdörfer dem Berliner Kurier. Und das aus einem alarmierenden Grund: Wegen der Corona-Pandemie seien viele Eltern verunsichert und gehen mit ihren Kindern seltener zum Arzt.

Kinder kommen oft erst in lebensbedrohlichem Zustand in die Klinik

Das Kind fühlt sich schwach, verliert an Gewicht, hat Schmerzen und kaum Appetit. Es sind oftmals unklare Symptome wie diese, die viele Eltern verunsichern. In normalen Zeiten würden Eltern mit ihren Kindern zum Arzt gehen. In Pandemie-Zeiten scheuen viele Familien aber einen Besuch beim Arzt – aus Sorge, sich möglicherweise mit dem Coronavirus zu infizieren. Doch genau das ist laut Ärzten wie Dr. Dominik Schneider, Klinikdirektor am Klinikum Dortmund und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, das große Problem.

"Wir sehen aber immer wieder Kinder, die bei einer langen Vorgeschichte, teilweise über Monate, erst sehr spät, oft in lebensbedrohlichem Zustand in die Klinik kommen. Da sind auch Fälle darunter, die ich in diesem Ausmaß in meiner langen Karriere noch nicht erlebt habe", sagt Dr. Schneider.

Bei diesen Symptomen sollten Sie zum Kinderarzt

Dr. Dominik Schneider empfiehlt, dass sich Eltern bei Beschwerden ihrer Kinder, die sehr stark und/oder unerklärt sind und teilweise über Wochen bestehen, an ihren Kinderarzt wenden. "Hierzu gehört länger andauerndes Fieber, Glieder- und Skelettschmerzen, insbesondere Rückenschmerzen, jede Änderung des Bewusstseinszustand, sicht- oder tastbare Schwellungen der Lymphknoten, des Bauchs, oder an anderen Stellen des Körpers", erklärt Schneider.

Außerdem seien die Kinderarztpraxen unter Corona sehr gut aufgestellt. Infektpatienten seien von anderen getrennt. Das Risiko einer Infektion in einer Praxis sei darum minimal.

Krebsforschung könnte von der Entwicklung der Corona-Impfstoffe profitieren

Eine Studie der Helios Kliniken zeigt, dass während des ersten Lockdowns 10 bis 20 Prozent weniger Krebsbehandlungen durchgeführt wurden. Aber gerade bei Krebs ist es wichtig, so früh wie möglich mit einer geeigneten Therapie zu beginnen.

Dennoch zeigen sich viele Ärzte hoffnungsvoll. Von der Entwicklung der Corona-Impfstoffe könnte auch die Krebsforschung profitieren. Ralf Bartenschlager vom Deutschen Krebsforschungszentrum ist sich sicher, dass man den mRNA-Impfansatz auch im Kontext von Krebs deutlich stärker nach vorne bringen könne. Das gelte vor allem für die Prävention von Krebs mit einer vorbeugenden Impfung.

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