Mangelnder Respekt oder Heldentat?

Kind verbessert Präsident Putin – und wird dafür von Direktorin gerügt

Auch als russischer Präsident. Peinlich wird es erst, wenn man dann von einem Schulkind verbessert wird.
Auch als russischer Präsident. Peinlich wird es erst, wenn man dann von einem Schulkind verbessert wird.
© AP, Sergei Bobylev, AZ

03. September 2021 - 8:42 Uhr

Peinliche Putin-Panne

Man kann sich ja mal vertun. Auch als russischer Präsident. Peinlich wird es erst, wenn man dann von einem Schulkind verbessert wird. Genau das ist Wladimir Putin am Mittwoch bei einer Veranstaltung in einer Schule passiert, als er zwei historische Kriege durcheinanderbrachte.

Putin patzt und Kind korrigiert ihn

Putin hatte am Mittwoch in einer Gesprächsrunde mit Kindern in Geschichte gepatzt. Ein Schüler berichtigte ihn daraufhin. Peter der Große (1675-1725) habe nicht im Siebenjährigen Krieg gekämpft, sondern im Großen Nordischen Krieg, der 21 Jahre gedauert habe, sagte der Junge, dem die Korrektur sichtlich unangenehm war. Zwar bedankte sich Putin für das "Korrektürchen". Doch die Direktorin rügte den Schüler für eine "gewisse Dreistheit", wie Medien berichteten.

Die Opposition feiert den Jungen

Kremlkritische Medien und die Opposition feierten den Mut des Schülers. Der Kommentator Michail Fischman meinte, erstmals wage es jemand, dem Präsidenten zu sagen, dass er nicht recht habe. Kira Jarmysch, die Sprecherin des inhaftierten Kremlkritikers Alexej Nawalny, kritisierte die Lehrerin. Diese sei offenbar der Meinung, dass "Schule nicht Fakten lehrt, sondern Ergebenheit und Kriecherei."

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Sogar der Kreml schaltete sich ein

Die Aufregung um den Fall war so groß, dass Kremlsprecher Dmitri Peskow die Wogen glätten musste: Er bezeichnete den Schüler als "Molodez" – zu Deutsch: "Prachtjungen". "Das ist gar keine Frechheit. Wir sind kategorisch nicht einverstanden mit der Direktorin der Schule." Peskow äußerte die Hoffnung, dass der Junge an der Schule nicht weiter Ärger bekomme.(dpa)