Stiko-Vorsitzender zu Kimmichs Bedenken

Kimmich: Jetzt schaltet sich Deutschlands Impf-Chef in die Debatte ein

Thomas Mertens. Foto: Michael Kappeler/dpa/Archivbild
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25. Oktober 2021 - 10:27 Uhr

Stiko prüft die Sicherheit

Bayern-Profi Joshua Kimmich löste eine Debatte aus, als er im Interview mit dem TV-Sender "Sky" sagte, bislang nicht gegen Covid-19 geimpft zu sein. Er habe noch ein paar Bedenken, gerade, was fehlende Langzeitstudien angehe, erklärte der Profi-Fußballer seine Entscheidung. Deutschlands Impf-Chef Thomas Mertens von der Ständigen Impfkommission Stiko prüft mit seinen Kollegen die Sicherheit von Impfstoffen – und spricht dementsprechende Empfehlungen aus. Jetzt äußerte er sich zu den Bedenken des Nationalspielers und Bayern-Profis.

Im Video: Kimmich löst Impf-Diskussion aus

Kimmich „kein Fachmann in Fragen der Impfung“

Thomas Mertens, als Vorsitzender der Ständigen Impfkommission Stiko quasi oberster Impf-Experte Deutschlands, hat die Bedenken von Fußball-Nationalspieler Joshua Kimmich wegen fehlender Langzeitstudien bei Impfstoffen zurückgewiesen. "Joshua Kimmich ist sicher ein ausgewiesener Fachmann in Fragen des Fußballs, aber kein Fachmann in Fragen der Impfung und der Impfstoffe. Dennoch hat er mit seinen Bedenken einem Problem Ausdruck verliehen, das sicher bei manchen Menschen in unserer Gesellschaft so gesehen wird", sagte Mertens im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur.

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Joshua Kimmich
Hat Bedenken in Bezug auf eine Corona-Impfung: Bayern-Profi Joshua Kimmich. Foto: Sven Hoppe/dpa
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Spät auftretende Nebenwirkungen seien extrem seltene Rarität

Bayern-Profi Kimmich hatte am Samstag eingeräumt, dass er sich bislang nicht gegen Corona impfen ließ. Er habe "persönlich noch ein paar Bedenken, gerade, was fehlende Langzeitstudien angeht". Wenn ein Impfstoff zur Verwendung an Menschen freigegeben wird, gebe es begleitende Studien, die genau untersuchten, ob es bei der Anwendung zu schwerwiegenden Nebenwirkungen kommen könne, erwiderte Mertens.

"Man muss bedenken, dass mittlerweile sieben Milliarden Dosen an Menschen mit Covid-19-Impfstoff verimpft worden sind", sagte er. "Dass es bei der Anwendung eines Impfstoffes über knapp ein Jahr keine Zehnjahres-Beobachtungsstudien geben kann, ist klar." Das gelte aber nicht nur für jeden anderen Impfstoff auch, der neu angewendet werde, sondern auch für jedes neue Medikament.

"Neben den Zulassungsstudien wissen wir aus den begleitenden Studien, dass es nur zu einigen Nebenwirkungen gekommen ist, die alle recht kurze Zeit nach der Impfung aufgetreten sind", sagte der Stiko-Chef. In der Wissenschaft sei man sich einig, dass spät auftretende Nebenwirkungen nach einer Impfung "nicht vorkommen, beziehungsweise eine extrem seltene Rarität bei einzelnen Impfstoffen" gewesen seien.

Umfrage zur Impfdebatte um Joshua Kimmich

Immunologe: Missverständnis beim Begriff Langzeitfolgen

Der Immunologe Carsten Watzl hat in Bezug auf mögliche Langzeitfolgen von Impfungen von einem "Missverständnis, das sich bei vielen Menschen hartnäckig hält" gesprochen. "Was man bei Impfungen unter Langzeitfolgen versteht, sind Nebenwirkungen, die zwar innerhalb von wenigen Wochen nach der Impfung auftreten, die aber so selten sind, dass es manchmal Jahre braucht, bis man sie mit der Impfung in Zusammenhang gebracht hat", sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur.

Watzl verwies darauf, dass Nebenwirkungen einer Impfung immer innerhalb von wenigen Wochen nach der Impfung auftreten. "Danach ist die Immunreaktion abgeschlossen und der Impfstoff ist aus dem Körper verschwunden. Was offensichtlich viele Menschen unter Langzeitfolgen verstehen, nämlich dass ich heute geimpft werde und nächstes Jahr eine Nebenwirkung auftritt, das gibt es nicht, hat es noch nie gegeben und wird auch bei der Covid-19 Impfung nicht auftreten", erläuterte der Experte. (dpa/ija/tno)

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