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Keine Toleranz in Uganda: Lebenslang für Homosexuelle

Keine Toleranz in Uganda: Lebenslang für Homosexuelle

Auch Unterstützern droht Strafe

Homosexuelle müssen in Uganda um ihre Freiheit fürchten. Präsident Yoweri Museveni hat ein umstrittenes Gesetz zur schärferen Verfolgung Homosexueller in dem ostafrikanischen Land unterzeichnet. Es war im Dezember vom Parlament verabschiedet worden und sieht lange Haftstrafen für Schwule und Lesben vor. Bei gleichgeschlechtlichem Sex mit einem Minderjährigen oder einem HIV-positiven Menschen droht Homosexuellen eine lebenslange Gefängnisstrafe.

epa04098904 Ugandan President Yoweri Museveni signs the anti-gay legislation in Kampala, Uganda, 24 February 2014. A controversial bill that introduces lengthy prison sentences for people who engage in homosexual acts was signed into law by Ugandan President Yoweri Museveni. The law, which has been strongly criticized by Western governments and human rights groups, punishes first-time offenders with up to 14 years in jail. People convicted of same-sex intercourse with a disabled person or a minor, as well as HIV-positive people caught engaging in homosexual acts, face life imprisonment. The law also makes it a crime not to report gay people. For the first time, lesbians are also targeted by legislation. EPA/RONALD KABUUBI +++(c) dpa - Bildfunk+++
Museveni wundert sich: "Ich kann nicht verstehen, dass man als Mann nicht von all diesen attraktiven Frauen angezogen sein kann"
dpa, Ronald Kabuubi

Und auch ihre Verwandten und Freunde müssen Angst haben, wenn sie sich wie solche Verhalten: Denn wer homosexuelles Verhalten nicht anzeigt oder es gar unterstützt, riskiert ein Gerichtsverfahren.

Westliche Staaten hatten Museveni zuvor aufgerufen, das Gesetz nicht in Kraft treten zu lassen. US-Präsident Barack Obama warnte, dass die Unterzeichnung die Beziehungen beider Länder erschweren könnte. Mehr als 400 Millionen Dollar Entwicklungshilfe zahlen die USA jährlich an Uganda. Unterstützung, die möglicherweise jetzt eingefroren wird.

Ugandas Präsident ist überzeugt, Homosexualität sei unnatürlich und gefährlich. Er sagte Journalisten, dass "diejenigen, die unsere Kinder rekrutieren, um sie zu Homosexuellen zu machen, hart bestraft werden müssen, um die Kultur unseres Landes zu verteidigen".

Er könne auch "nicht verstehen, dass man als Mann nicht von all diesen attraktiven Frauen angezogen sein kann und stattdessen von einem Mann." Auch in Ugandas Nachbarland Kenia überlegt die Regierung, ein solches Gesetz auf den Weg zu bringen.