Unsere Kinder sollen so vor Strahlen geschützt werden

"Babyfernsehen" ab 2021 verboten! Was die Entscheidung für Schwangere bedeutet

Dem ungeborenen Baby dabei zuschauen, wie es lächelt, schläft, mit seinen kleinen Fingern und Füßchen spielt, ist für viele werdende Eltern eine tolle Vorstellung.
© picture alliance / dpa Themendienst | Christin Klose, Christin Klose

21. Dezember 2020 - 11:22 Uhr

Embryos sollen vor Strahlen geschützt werden

Dem ungeborenen Baby dabei zuschauen, wie es lächelt, schläft, mit seinen kleinen Fingern und Füßchen spielt, ist für viele werdende Eltern eine tolle Vorstellung. Wen wundert es, dass die ungeduldigen Mamas und Papas neben den medizinisch notwendigen Untersuchungen auch Angebote für einen "Wunsch-3D-Ultraschall" nutzen. Doch damit soll in Deutschland ab 2021 Schluss sein. Das sogenannten "Babyfernsehen" wird verboten.

"Baby-Kino" wird ab 2021 verboten

3D-Ultraschallaufnahmen, auch "Baby-Kino" oder "Baby-Fernsehen" genannt, sollen ab kommendem Jahr deutlich eingeschränkt werden. Der Grund: Embryos sollen so vor einer unnötigen, zu hohen Strahlendosis geschützt werden, wie der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) am Donnerstag mitteilte.

Die Schwangerenvorsorge ist in den deutschen Mutterschaftsrichtlinien geregelt. Neben anderen Leistungen bieten sie schwangeren Frauen drei Ultraschall-Termine an, das soll auch weiterhin so bleiben. Sollte dabei allerdings festgestellt werden, dass mit der Entwicklung des Embryos etwas nicht stimmt, übernehmen die Kassen weitere Untersuchungen, wie einen 3D-Ultraschall.

3D-Ultraschall liefert gestochen scharfe Bilder von Embryos

Der 3D-Ultraschall liefert gestochen scharfe Bilder von ungeborenen Kindern im Mutterleib. In der Regel besteht keine medizinische Notwendigkeit für solche Untersuchungen, von den Krankenkassen werden sie auch nicht bezahlt. Bei den Eltern sind sie aber beliebt, wie eine Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung von 2016 zeigt. Demnach nehmen das Angebot einer sogenannten IGeL-Leistung vier von fünf Frauen an - also einer Leistung, die sie individuell bezahlen müssen.