Kimmich & Katar-Engagement

Den Bayern droht heute mächtig Knatsch

25. November 2021 - 19:17 Uhr

Zoff und Gezeter beim FCB?

Es sind ganz ungemütliche Wochen beim deutschen Fußball-Giganten Bayern München. Seit Wochen verfolgt das Thema Corona, beziehungsweise Debatten über ungeimpfte Stars in den Reihen des Rekordmeisters, den Verein. Der vorläufige Höhepunkt: Am Mittwoch wurde bekannt, dass Impfskeptiker und Nationalspieler Joshua Kimmich Corona hat. Außerdem gibt es Unruhen um den Sponsoring-Deal des Clubs mit der Fluggesellschaft Qatar Airwais. Vor der Jahreshauptversammlung am Donnerstagabend (19 Uhr) ist damit ordentlich Druck unterm Kessel. Oben im Video schätzt unser Reporter die Situation ein.

Immer neue Corona-Sorgen

Nicht nur Kimmich hat Corona, auch Stürmer Eric Maxim Choupo-Moting wurde positiv getestet. Damit nicht genug: Zuletzt mussten mehrere Bayern-Spieler in Quarantäne, nachdem sie Kontakt zu einer positiv getesteten Person hatten. Personell wurde es damit eng beim Rekordmeister, mit Kimmich fehlt in den nächsten Wochen ein Schlüsselspieler – damit sind sportliche Ziele in Gefahr. Ein Worst-Case-Szenario.

Die Verantwortlichen sind genervt. Von den Ausfällen, dem drohenden Imageschaden, vielmehr aber von den andauernden Diskussionen ums Impfen, Moral, Pflicht und Vorbildfunktion. Ähnlich geht es vielen Mitgliedern.

Neuer Wirbel um Aufstand gegen Katar-Deal

ARCHIV - 31.07.2021, Bayern, München: Fußball: Testspiele, FC Bayern München - SSC Neapel in der Allianz Arena. Oliver Kahn, Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG, kommt vor dem Spiel in das Stadion. (zu "Erste Jahreshauptversammlung des FC
Für Oliver Kahn wird es seine erste JHV als neuer Bayern-Boss.
© dpa, Sven Hoppe, alf

Vor der JHV im Audi Dome gibt's aber auch an anderer Stelle ordentlich Wirbel. Denn Bayern-Mitglied Michael Ott, seinen Mitstreitern und vielen anderen Fans stößt der Sponsoring-Deal der Bayern mit Qatar Airways so sehr auf, dass der darüber bei der Versammlung abstimmen lassen will.

Das Ziel: das umstrittene und angeblich mit 20 Millionen Euro dotierte Sponsoring mit dem Emirat Katar, WM-Gastgeber 2022 und immer wieder wegen Menschenrechtsverletzungen in den Schlagzeilen, schnellstmöglich zu beenden.

Das Problem: Auf einen ersten Antrag von Ott reagierte der FC Bayern nicht, ließ ihn nicht zu, lehnte ihn aber auch nicht ab. Mittels einstweiliger Verfügung versuchte der 28-jährige Jurist, den Antrag doch noch auf die Tagesordnung zu bringen, das zuständige Amtsgericht lehnte das aber mit der Begründung mangelnder Dringlichkeit ab. Nun, wenige Stunden vor der Jahreshauptversammlung, wies das Landgericht München I schließlich die Beschwerde über diese Entscheidung zurück. Wie reagieren die Mitglieder auf die Nicht-Zulassung?

Ott will trotz der gerichtlichen Absage nicht aufgeben: "Wir werden dennoch heute Abend einen Spontanantrag probieren. Es ist noch nicht alles verloren", schrieb er bei Twitter. Ein Spontanantrag braucht eine 75-prozentige Mehrheit der Mitglieder, um zugelassen zu werden. (sfu)