Pneumonie: Die Anzeichen richtig deuten

So erkennen Sie eine kalte Lungenentzündung

Die Symptome einer kalten Lungenentzündung sind nicht leicht zu erkennen.
© Willie B. Thomas

20. März 2020 - 18:49 Uhr

Lungenentzündung: Nicht immer ist Fieber ein Symptom

Fieber und Husten, Schüttelfrost, Atemgeräusche in der Lunge - das sind unter anderem typische Symptome einer Lungenentzündung, auch medizinisch Pneumonie genannt. Doch es gibt auch eine besondere Form der Lungenkrankheit, bei der diese Anzeichen nicht aufkommen: Eine "kalte Lungenentzündung". Hier ist die Erkrankung nur schwer zu erkennen. Wir erklären die Symptome und wie die Behandlung funktioniert.

Wie erkenne ich eine kalte Lungenentzündung?

Es kann vorkommen, dass wir an einer Lungenentzündung erkrankt sind, ohne Symptome wie Fieber oder erhöhte Temperatur zu haben. Wir fühlen uns dann lediglich schlapp und haben Husten. Je nach Alter und von Person zu Person sind die Anzeichen unterschiedlich stark ausgeprägt. Folgende grippeähnliche Symptome treten jedoch am häufigsten auf:

  • Allgemeine Abgeschlagenheit
  • Atemprobleme
  • Grippeähnliche Gliederschmerzen
  • Trockener Husten
  • Schmerzen und Engegefühl im Brust und Lungenbereich
  • Rückenschmerzen

Sind Kinder an einer kalten Pneumonie erkrankt, tritt zusätzlich auch Appetitlosigkeit, eine schnelle Atmung, Blähungen und ein erhöhter Puls ein.

Kinder und Senioren häufiger betroffen als Erwachsene

Besonders ältere Menschen und Säuglinge erkranken an dieser Form der Lungenentzündung, weil ihr Körper nicht mehr so stark auf die Krankheitserreger reagiert bzw. ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgebildet ist. Aber auch Kinder im Kindergarten oder der Schule sind häufig einer großen Ansteckungsgefahr ausgesetzt, weswegen die Krankheit bei ihnen häufiger auftritt als bei Erwachsenen. Übertragen werden die Viren und Bakterien, die eine Pneumonie auslösen - die sogenannten Pneumokokken - hauptsächlich durch eine Tröpfcheninfektion.

Wie wird eine kalte Lungenentzündung behandelt?

Häufig werden Antibiotika für die Behandlung verwendet, allerdings nur bei einem bakteriellen Infekt. Handelt es sich jedoch um eine virale Infektion werden antivirale Medikamente – sogenannte Virostatika – benötigt. Welcher Erreger vorliegt, lässt sich häufig nur anhand einer Blutabnahme ermitteln.

In beiden Fällen sollten ausreichend Wasser und Tee getrunken werden, eine vitaminreiche Ernährung ist ebenfalls ratsam. Neben einer ausreichenden Bettruhe unterstützen auch leichte körperliche Bewegungen und Atemübungen den Heilungsprozess.

Achtung: Eine kalte Lungenentzündung verschleppt sich leicht

Da die Symptome häufig irrtümlich für eine Grippe gehalten werden, besteht die Gefahr, dass die kalte Lungenentzündung verschleppt wird. Sollten die Anzeichen nach sechs bis acht Wochen nicht verschwunden sein, sprechen Ärzte von einer chronischen Lungenentzündung. In jedem Fall sollte schon bei den ersten Anzeichen einer Pneumonie der Arzt aufgesucht werden.

So schützen Sie sich vor einer Lungenentzündung

Jährlich sterben in Deutschland rund 19.000 Menschen an einer Infektion der Lunge mit Pneumokokken, so das statistische Bundesamt. Die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts empfiehlt daher Senioren und Kindern ab zwei Jahren eine Impfung gegen Pneumokokken, da diese für 90 Prozent aller Lungenentzündungen verantwortlich sind. Auch Menschen mit Herz- und Nierenproblemen sollten sich laut der Ständigen Impfkommission (STIKO) gegen Pneumokokken impfen lassen.