Jürgen Klopp vs. Pep Guardiola

Irrer Kohle-Zoff der Superreichen-Trainer in der Premier League

Jürgen Klopp (l.) und Pep Guardiola
Jürgen Klopp (l.) und Pep Guardiola
© dpa, Rui Vieira, PDJ alh soe nic fdt

16. August 2021 - 13:15 Uhr

Trainer-Giganten mit gigantisch irrem Streit

Die Probleme dieser beiden Trainer von Superreichen-Clubs hätten so gut wie alle anderen Vereine gerne! In England ist ein Streit zwischen Jürgen Klopp und Pep Guardiola ausgebrochen. Der Grund: Die Transferausgaben von Manchester City und Coach Pep Guardiola. Liverpool-Trainer Klopp ist entsetzt über die Investitionen, dabei kannte seine Shopping-Tour in den vergangenen Jahren auch nahezu keine Grenze. Ein Kohle-Zoff, der mit der Realität so gar nichts zu tun hat.

Zoffen sich zwei Superreiche ...

Stellen Sie sich mal vor, Amazon-Chef Jeff Bezos beschimpft Tesla-Gründer Elon Musk, weil er zu viel Geld für seine Klamotten ausgibt. Während sich fast alle anderen Menschen auf der Welt darüber freuen, ein Schnäppchen im Schlussverkauf ergattern zu können, streiten die beiden sich darüber, dass die Lederjacke des einen 10.000 Euro kostet, während die des anderen nur läppische 8.000 Euro wert ist.

In etwa einen solchen Streit gibt es aktuell im englischen Fußball. Da hat sich Jürgen Klopp darüber beschwert, wie viel Geld Manchester City, der Ligakonkurrent seines Clubs FC Liverpool, in neue Spieler investiert. "Wir dürfen das Geld ausgeben, das wir verdienen. Sie haben offensichtlich keine Grenzen", sagte Klopp.

Liverpool nagte zuletzt nicht gerade am Hungertuch

Falsch ist diese Aussage nicht. Erst bezahlte der englische Meister 118 Millionen Euro für Jack Grealish (Ob er das wirklich wert ist …?!), bald sollen noch 150 Millionen Euro für Harry Kane hinzukommen. Möglich machen das die Scheich-Millionen der Investoren aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Manchester City hat also wirklich keine Grenzen. Aber Moment mal: Hat Liverpool die denn?

Hätten Stefan Leitl (Trainer von Greuther Fürth) oder Thomas Reis (Coach vom VfL Bochum), die über jeden freigeschaufelten Euro für neue Spieler im Niedrigpreis-Segment glücklich sind, diese Kritik geäußert, wäre das ja verständlich – aber Klopp? Der hat mit Liverpool in den vergangenen Jahren ebenfalls Unsummen an Kohle ausgegeben. 2017/18 unter anderem fast 85 Millionen Euro für Virgil van Dijk (damals teuerster Verteidiger der Welt), ein Jahr später je rund 60 Millionen Euro für Naby Keita und Alisson (damals teuerster Torwart der Welt), 2020 45 Millionen Euro für Diogo Jota und in diesem Sommer 40 Millionen Euro für Ibrahima Konaté. Über allzu große Begrenzungen muss sich Klopp also nicht beschweren.

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Investoren-Geld vernebelt den Blick auf die Realität

Doch nicht nur der deutsche Trainer gibt in diesem Superreichen-Streit keine gute Figur ab. Auch sein Widersacher Pep Guardiola bekleckert sich nicht gerade mit Ruhm. "Wir investieren, was wir investieren können. Wir konnten 100 Millionen Pfund für Jack Grealish ausgeben, weil wir für 60 Millionen Pfund Spieler verkauft haben", sagte der ManCity-Trainer.

Die Wahrheit ist: Guardiola und Klopp (Liverpool wird von der amerikanischen Investorengruppe "Fenway Sports Group" finanzkräftig unterstützt) können Unsummen an Geld investieren, weil ihre Clubs entsprechende Geldgeber haben. Während andere Vereine wirklich um jeden Euro kämpfen müssen, streiten sich um den letzten Löffel Kaviar auf ihrem Luxus-Buffet, das wenige Minuten später ohnehin wieder neu befüllt wird. Dieser Kohle-Zoff ist einfach nur irre. (sho)