Warum das Kolosseum gerade keinen Besuch wert ist

Reisebericht: Städtetrip nach Rom - wie läuft das zu Corona-Zeiten?

So entspannt wie zu Corona-Zeiten ging es am Trevi-Brunnen noch nie zu.
© iStockphoto, ventdusud

31. Juli 2020 - 15:08 Uhr

von Markus Peggen

Ein Städtetrip nach Rom und das in diesen Corona-Zeiten – mit gemischten Gefühlen fahre ich gemeinsam mit meiner Ehefrau Jenny für vier Tage in die "Ewige Stadt", Corona zum Trotz. Und bereut haben wir diesen Ausflug zu keinem Moment – im Gegenteil: Noch nie habe ich Rom so offen, freundlich, rücksichtsvoll und beinahe touristenfrei erlebt. Lesen Sie hier, wie die Kurzreise zu einem unvergesslichen Erlebnis werden kann, warum Sie im Kolosseum richtig aufpassen müssen und an welche Regeln Sie sich unbedingt halten sollten!

+++ Diese Corona-Bestimmungen gelten jetzt für Reisen nach Italien. +++

Corona-Regeln wie in Deutschland

Grundsätzlich halten es die Italiener sehr ähnlich wie wir in Deutschland. RTL-Reiseexperte Ralf Benkö erklärt dazu: "In Italien und speziell auch Rom haben sich Corona-Infektionsraten mittlerweile auf niedrigerem Stand stabilisiert. Eine Maskenpflicht gilt dort ähnlich wie in Deutschland. Insofern kommt es sicher auch darauf an, sich als Urlauber auch im Urlaub an alle Corona-Regeln zu halten." Vor einigen Sehenswürdigkeiten finden zudem Körpertemperatur-Messungen statt. So weit so gut. Irgendwann wird gerade bei der Hitze die Maske natürlich lästig, dafür gibt es viele andere positive Dinge…

+++ Mundschutz im Sommer: Das empfiehlt der Experte, damit Sie unter der Maske weniger schwitzen. +++

„Einsam“ auf der Spanischen Treppe in Rom

Beim ersten Rundgang durch die Stadt fällt auf: Es ist eigentlich recht ruhig und beschaulich. Die übliche Hektik einer Großstadt fehlt fast komplett. An der Spanischen Treppe prüfen wir zweimal, ob wir hier wirklich richtig sind, denn wo sich sonst die Touristen drängeln, verlieren sich nur eine Handvoll Menschen. Ein Foto "alleine" auf der Treppe – kein Problem. Ähnliches Bild auch am Trevi-Brunnen: Die Touristenschar hier hätte man ohne Probleme in zwei Gruppen für eine Stadtführung einteilen und losziehen können. Es gibt kein Gedränge, kein Gerangel um das beste Bild. Im Gegenteil: Der Rom-Besucher in der Corona-Zeit wartet sogar kurz, bis er auch genau "sein" Motiv schießen kann. Ähnliches Bild auch zum Beispiel am Pantheon, der Engelsburg und zahlreichen anderen Sehenswürdigkeiten. Maximale Wartezeit wirklich höchstens fünf Minuten.

Petersdom und Sixtinische Kapelle zu Corona-Zeiten

Petersdom
Besinnliche Ruhe im Petersdom
© RTL, Markus Peggen

Nicht viel anders sieht es auf dem Petersplatz aus: Wir sind morgens schon um kurz nach zehn Uhr da. Normalerweise geht dann schon die Schlange der Wartenden um den halben Platz. Heute –  und auch sonst in diesen Tagen – nicht. Temperaturmessung und Sicherheits-Check dauern nur wenige Minuten. Und schon sind wir drin, in der größten katholischen Kirche der Welt und auch hier leicht positiv erschrocken: Denn auch hier sind wir wieder fast alleine. Die Anzahl der Touristen derzeit liege deutlich unter der maximal erlaubten, räumt auch ein Vertreter des Presseamtes des Heiligen Stuhls ein. Das bedeutet eben auch: Man erlebt hier wirklich die Besonderheit dieses Ortes – ob man nun streng gläubig ist oder nicht. Dazu gibt es auch keine Schlangen auf dem Weg zu den Grabkammern oder hinauf zur Kuppel (Preis: 10€ für Fahrstuhl und Treppen, 8€ nur Treppen) und auch oben auf der Kuppel – eine nie dagewesene Ruhe.

Dann wollen wir noch die Sixtinische Kapelle sehen. Das wird dann doch etwas komplizierter, denn: Für die Vatikanischen Museen, zu denen auch die Kapelle gehört, ist es wichtig, im Vorfeld die Tickets online zu buchen und zwar auf dem offiziellen Portal der Museen (museivaticani.va). Alles andere ist teurer!

Für ganz Kurzentschlossene gibt es noch einen "Last-Minute"-Schalter am Petersplatz. Hier kostet die Karte dann aber mehr als das Doppelte des normalen Preises von 17€ für Erwachsene. Wir haben sogar richtig Glück und können am Mittag noch Karten direkt für den Nachmittag kaufen. Zur gebuchten Zeit sind wir dann am Eingang und wieder innerhalb weniger Augenblicke im Museum. Hier ist es tatsächlich ein wenig "voller" aber weit entfernt von Gedränge. Nur in der Sixtinischen Kapelle halten sich vergleichsweise viele Menschen auf. Fotografieren ist hier übrigens streng verboten. Warum auch immer....

Vorsicht am Kolosseum!

Deutlich weniger beeindruckt hat uns tatsächlich das Kolosseum: Am Eingang zunächst so etwas wie eine richtige Warteschlange: Auch hier darf man nur rein, wenn man vorab online die Karten gekauft hat. Am Ende dauert es rund zehn Minuten, bis wir den Einlass gemeistert haben, im Vergleich zu normalen Zeiten allerdings auch nur ein Bruchteil der üblichen Wartezeit.

Drinnen muss man allerdings richtig aufpassen: Aufgrund des Social Distancing kann man nur zu Beginn zwischen zwei Routen wählen und danach auch nicht mehr wechseln. Die eine führt durchs Erdgeschoss und ermöglicht, einen Fuß in die "Arena" zu setzen, die andere geht in die erste Etage und gibt den Blick durch das Bauwerk aus erhöhter Position frei. Die Beschilderung ist allerdings sehr mangelhaft. Wir erwischen die zweite Route; gefühlt die Falsche: Nach nicht einmal 20 Minuten stehen wir vor dem Ausgang, haben für den Blick ins Innere 18€ pro Person hingeblättert. Das war eine Enttäuschung...

RTL-Reporter Markus Peggen im Kolosseum
RTL-Reporter Markus Peggen im Kolosseum.
© RTL, Markus Peggen

Tipps für den Urlaub in Rom zu Corona-Zeiten

Wir haben die "Ewige Stadt" zwar besonders, aber auch von einer sehr guten Seite erlebt. Auch in Shops, Restaurants und Bars haben wir uns überall sehr willkommen gefühlt. Die Menschen insgesamt gehen freundlich und rücksichtsvoll miteinander um. Für einen kurzen Aufenthalt in Rom sind die folgenden Punkte in diesen Tagen elementar wichtig:

  • Genau planen, wann man wo hin möchte und entsprechende Tickets im Vorfeld buchen!
  • Mund-Nasen-Schutz immer dabei haben – wer ohne Maske irgendwo rein möchte, hat keine Chance. Darauf weist auch RTL-Reiseexperte Ralf Benkö hin: 
    "Trotz Entspannung im Urlaub vorsichtig sein, Menschenansammlungen nach Möglichkeit meiden, genug Masken dabei haben und sie auch tragen, wenn Abstandsregeln nicht einzuhalten sind. Wichtig ist auch, schon bei der Buchung zu überlegen, ob man nicht per Pauschalreisebuchung mit Veranstalter auf die Reise geht, weil solche Reisen mehr Absicherung bieten. In jedem Fall sollte man vor Abreise prüfen, ob man eine Auslandskrankenversicherung hat, die auch im Pandemiefall greift. Und: vor Reiseantritt in jedem Fall auch noch einmal die Reisehinweise des Auswärtigen Amts checken."

Unser Fazit: Trotz Corona und Einschränkungen – mit Einhaltung der gebotenen Vorsichtsmaßnahmen hat sich unser Trip nach Rom absolut gelohnt!

Einen ausführlichen Überblick über die Corona-Situation in verschiedenen Urlaubsländern sowie eine interaktive Karte, die zeigt, von Reisen in welche Länder das Auswärtige Amt zurzeit abrät, finden Sie hier.

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TVNOW-Doku: Endlich wieder Urlaub! Reisen in der Corona-Krise

Wie sehen die verschiedenen Corona-Sicherheitskonzepte in Europas Urlaubsregionen aus? Welches Urlaubspotenzial bietet Deutschland, und welche Geheimtipps gibt es hierzulande? Erfahren Sie mehr in der neuen Dokumentation auf TVNOW: "Endlich wieder Urlaub! – Reisen in der Corona-Krise".