Mutter soll die Tat gestanden haben

Katalin B. legte toten Sohn (2) auf Lidl-Kasse: "Jetzt gehört er niemandem mehr"

Hat die Mutter ihren zweijährigen Sohn aus Rache an ihrem Ex-Mann erstochen?
Hat die Mutter ihren zweijährigen Sohn aus Rache an ihrem Ex-Mann erstochen?
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Katalin B. soll ein Foto des blutüberströmten Kindes an einen Freund geschickt haben

Die Mutter, die ihren Sohn angeblich mit einem Messer traktiert und das Kind anschließend auf einer Lidl-Kasse ablegt haben soll, soll einem Bekannten die Tat gestanden haben. Der Vater des Zweijährigen behauptet, dass Katalin B. dem Freund auch ein Foto des blutüberströmten Kindes geschickt habe mit den Worten: "Jetzt gehört er niemandem mehr." Der Vater hatte vor Gericht das Sorgerecht für den kleinen Alex erwirkt.

Trigger-Warnung: Dieser Text enthält explizite Details, die verstörend sein können.

Erstach Katalin B. ihren Sohn in einem verfallenen Bauernhaus?

Drama im Lidl: Frau legt Leiche ihres Sohnes auf Supermarkt-Kasse
Drama im Lidl: Katalin B. legte die Leiche ihres Sohnes auf die Supermarkt-Kasse.
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Ereignet haben sich die albtraumhaften Szenen in Pò Bandino (Ortsteil von Città della Pieve in Umbrien, Italien). Dort war die Mutter am 01. Oktober mit dem leblosen Kind im Arm in einen Lidl-Supermarkt gelaufen, hatte den Jungen auf einem Kassenband abgelegt und um Hilfe gerufen. Ein Notarzt hatte den Zweijährigen noch vor Ort für tot erklärt. Der Körper des kleinen Alex habe zahlreiche Stichwunden in Hals und Brust aufgewiesen. Die 44-Jährige bestreitet, etwas mit dem Tod ihres Kindes zu tun zu haben. Katalin B. wurde festgenommen und schweigt.

Bei einer Anhörung vor dem Amtsgericht von Perugia machte sie am Montag von ihrem Recht auf Auskunftsverweigerung Gebrauch. Anwalt Enrico Renzoni erlebe seine Mandantin "sehr verwirrt und geschockt", doch sie "bekräftigte, dass sie nicht die Mörderin war", sagte er der Nachrichtenagentur „Ansa“. Die Staatsanwaltschaft Perugia unter der Leitung von Raffaele Cantone ermittelt italienischen Medien zufolge wegen Mordes. Das Gericht bestätigte „Ansa“ zufolge die Festnahme und ordnete Untersuchungshaft an. Die Beweislast gegen die Frau scheint erdrückend.

So fanden die Ermittler ein Messer, außerdem das blutige T-Shirt des Jungen und einen Buggy mit Blutspuren. Tatort soll ein leerstehendes, verfallenen Bauernhaus in der Nähe des Lidl-Supermarktes gewesen sein, in dem auch Kleidung sichergestellt werden konnte. Gerichtsmedizinische Untersuchungen müssen nun klären, ob sich an Klinge und Kleidung Blut des getöteten Kindes befinden. Auch Aufnahmen von Überwachungskameras, der Mitschnitt eines angeblichen Telefonats, Nachrichten und ein verstörendes Foto des Kindes sollen die Frau schwer belasten.

Katalin B. soll nach Tat Geständnis abgelegt haben: „Ich habe meinen Sohn getötet"

In diesem Haus soll Katalin Erzsebet Bradacs ihren Sohn Alex getötet haben.
In diesem Haus soll Katalin Erzsebet Bradacs ihren Sohn Alex getötet haben.
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Der in Ungarn lebende Vater des Jungen steht unter Schock. Ende September erst habe er vor Gericht das Sorgerecht für seinen Sohn erstritten, doch ehe Alex zu ihm kommen konnte, sei Katalin B. mit ihm aus Budapest nach Italien geflüchtet. "Sie hat meinen Alex an dem Tag entführt, an dem sie ihn mir übergeben sollte, weil das Gericht ihn mir anvertraut hatte“, sagte Norbert Juhász „Corriere dell’Umbria“. Er ist sich sicher, dass seine Ex den gemeinsamen Sohn umgebracht hat. "Sie hat es einem Freund erzählt, der mir bei der Sorgerechtssache geholfen hat“, so Juhász. Es gebe eine Aufzeichnung des Telefonats und auch Nachrichten, die die Ermittler laut einem Bericht von „La Nazione“ derzeit auswerten. Darin habe Katalin B. wortwörtlich gesagt: „Ich habe meinen Sohn getötet.“

„Sie ist nach Italien geflohen und hat ihn umgebracht und dann in einer Nachricht an einen Freund den Mord gestanden. Er rief mich an und alarmierte direkt die ungarische Polizei, aber da war es schon zu spät.“ Katalin habe dem Freund auch ein Foto des blutüberströmten Jungen geschickt und dazu geschrieben: "Jetzt wird er niemandem mehr gehören.“

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Alex' Vater hielt Foto seines toten Kindes zuerst für eine Fälschung

Der Vater hatte vor Gericht das Sorgerecht für den kleinen Alex erwirkt.
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„Am 22. September ging ich nach Hause, aber sie war nicht mehr da“, rekonstruiert Alex’ Vater den Ablauf der Ereignisse im Gespräch mit „Corriere dell’Umbria“. Er sei daraufhin sofort zur Polizei gegangen, doch dort habe man ihm gesagt, „dass es sich nicht um ein Verbrechen handelt und dass ich Einspruch einlegen kann“. Ermittlungen seien nicht aufgenommen worden, die Polizei sei „erst nach der Ermordung meines Sohnes aktiv“ geworden. „Hätte man in Italien einen europäischen Haftbefehl ausgestellt, hätte sie aufgehalten werden können.“ Das Foto seines blutüberströmten Kindes habe er zunächst für eine Fälschung gehalten. “Aber leider war es das nicht, es war mein Alex, der bereits tot war.“

Das letzte Mal habe er am Tattag gegen Mittag mit Katalin B. telefoniert, das sei um 12.46 Uhr gewesen. „Ich konnte noch Alex' Stimme hören. Ich habe sie gebeten, ihn nach Hause zu bringen, aber sie wollte nur Geld und hat mir gesagt, dass ich ihn für eine lange Zeit nicht sehen würde.“ Im Hintergrund habe er noch Alex’ Stimme hören können. „Er sagte etwas über sein Stofftier und wollte ihm etwas zu Trinken geben, es war ein Hase. Ich hätte nie gedacht, dass es das letzte Mal sein würde, dass ich ihn höre.“ Nun wartet Norbert Juhász darauf, dass die Behörden den Leichnam seines Sohnes freigeben und er ihn in Ungarn beerdigen kann. „Ich will nur, dass Alex nach Hause kommt. Ich kann noch immer nicht verstehen, dass mein Liebling weg ist.“

Katalin B. war "eine Mutter, die Alex wahnsinnig geliebt hat"

Wie „La Nazione“ berichtet, rekonstruieren die Ermittler derzeit den Tattag. Demnach seien Katalin B. und Alex um 10.50 Uhr in Pò Bandino angekommen, Überwachungskameras hätten die beiden aufgezeichnet. Gegen 11.30 Uhr sollen sie gefilmt haben, wie die Mutter Alex bei einem Feld aus dem Kinderwagen hebt und mit ihm auf dem Arm die Wiese zu dem verfallenen Bauernhaus überquert. Um 15 Uhr habe ein Anwohner Katalin gesehen, als die mit Alex im Arm aus dem Gebäude kam und rief: "Er ist tot, tot". Der angebliche Zeuge habe sie gefragt, ob der Junge ihr Sohn sei – dies habe sie verneint.

Die Mutter der mutmaßlichen Kindsmörderin hat mit „La Nazione“ über den grausamen Tod ihres Enkelkindes gesprochen. „Ich will meine Tochter nie mehr wiedersehen“, sagte die Frau, die in dem Artikel nur bei ihrem Vornamen Erzsébet genannt wird und in Ungarn lebt. „Aber ganz egal, wie wütend ich auf sie bin, muss ich doch zugeben, dass sie eine Mutter war, die Alex wahnsinnig geliebt hat und die Entscheidung des Richters nicht akzeptieren konnte. Aber wie kann jemand sein eigen Fleisch und Blut töten? Es ist schrecklich"

Vor Norbert sei Katalin in Italien mit einem anderen Mann liiert gewesen, der unerwartet gestorben sei. Die 44-Jährige habe unter dem Verlust so sehr gelitten, „dass sie nervlich erkrankte. Sie wurde ins Krankenhaus eingeliefert“, so die Großmutter. „Später lernte sie den Mann kennen, mit dem sie Alex bekommen hat. Es war eine furchtbare Beziehung, vor allem nach der Geburt des Kindes.“

„Während der Schwangerschaft schlug sie auf ihren Bauch"

Auch Nobert Juhász sprach in der „Corriere dell’Umbria“ offen über die Beziehung mit Katalin. Er habe sie 2019 an der Abendschule kennengelernt, kurz darauf sei sie schwanger geworden, dabei habe sie ihm zuvor gesagt, „dass sie keine Kinder mehr bekommen könne“. Er habe einen DNA-Test machen wollen, weil sie Pornodarstellerin war und er nicht sicher gewesen sei, ob er auch tatsächlich der Erzeuger des Kindes war.

„Während der Schwangerschaft schlug sie auf ihren Bauch und manchmal konnte sie das Baby nicht spüren. Dann nahm sie Steroide ein“, behauptet er. Nach der Geburt sei Katalin zu ihrer Mutter gezogen, er habe seinen Sohn nur „wenige Male“ sehen dürfen und sich Sorgen um Alex gemacht, „denn sie lebten in prekären Verhältnissen, ohne Heizung“. Zudem sei die 44-Jährige in seinen Augen keine fürsorgliche Mutter. Ihr erwachsener Sohn aus einer früheren Beziehung sei ihr von den Behörden weggenommen worden. “Der Kinderschutzbund schaltete sich ein und übergab ihn seiner Großmutter. Leider wusste ich nicht viel über ihre Vergangenheit.“ (cwa)