Kann das Sünde sein?

Direkt vor dem Altar: Katholische Kirche sticht kostenlose Tattoos

25. Oktober 2021 - 21:39 Uhr

Tattoos und Kirche - wie passt das zusammen?

Katholischer Glaube und Körperkunst in Form von Tattoos – wie kann das nur zusammenpassen? Dass Tinte unter der Haut schon lange raus aus der "Schmuddelecke" sind und längst nicht mehr als Sünde gilt, hat am Wochenende die Frankfurter Liebfrauenkirche unter Beweis gestellt.

Live-Aktion des Bistums

Statt sich modernen Trends zu verschließen, haben die Verantwortlichen des Bistums Limburg eine Live-Tätowieraktion direkt vor dem Altar gestartet. Im Licht der Kerzen surrte einen ganzen Tag lang die Tattoonadel. Wie es überhaupt erst dazu kam, sehen Sie im Video!

Glaube attraktiver machen

Dass ein Star-Tätowierer in einer Kirche seinem Handwerk nachgeht, wirkt erst einmal merkwürdig, die Initiatoren der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) hatten aber genau das im Sinne: In einer Zeit, in der die Kirchenaustritte stetig steigen, will sich die Kirche so modern und offen gegenüber jungen Menschen präsentieren.

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Aus diesem Grund nahm Silas Becks am Samstag die gesegnete Tätowiermaschine in die Hand und verzierte die Haut von insgesamt 40 Menschen mit religiösen Symbolen und Schriftzügen. Einen Widerspruch zum Glaube sieht die Kirche hier nicht: "Pilger-Tattoos hat man in Jerusalem schon im sechsten Jahrhundert gestochen", erzählt uns Kapuzinermönch Bruder Paulus. Schon damals waren die Menschen fasziniert von dem Gedanken, ein Andenken ein Leben lang unter der Haut zu tragen. (kmü)