Spritzt nicht und man braucht nur sehr wenig davon

Ist Bratpulver eine gute Alternative zu Ölen?

28. August 2019 - 6:11 Uhr

Fettspritzer adé! Funktioniert das wirklich?

Ein paar Pfannkuchen oder Schnitzel in die Pfanne - prompt ist der ganze Herd und ein Radius von einem gefühlten Meter eingefettet, Spritzschutz hin oder her. Puh! Und auch mit der Öl-Dosierung will es oft nicht so recht klappen - upps, das war vielleicht ein bisschen viel! Und überhaupt: Zu viel Fett ist total ungesund.

Zwei junge Unternehmensgründer aus Düsseldorf wollen jetzt die Lösung dafür gefunden haben: Bratpulver statt Öl. Die Vorteile, so sagen sie: Kein Spritzen, höhere Hitzebeständigkeit und es ist nur ein Zehntel der Menge zum Braten nötig. Ob das alles funktioniert und ob es am Ende auch genauso schmeckt, sehen Sie in unserem Video - wir haben es getestet!

„Bulletproof Coffee" brachte sie auf die Idee

"Paudar"* heißt das neue Wunderprodukt, mit dem die beiden Düsseldorfer Johannes Schmidt und Deniz Schöne den Bratmittel-Markt erobern wollen. Das Ganze entstand allerdings rein zufällig. Ursprünglich wollten sie einen "Bulletproof Coffee" als Instant Pulver auf den Markt bringen, erzählen sie in einer Folge des Startup-Podcasts "The Next". "Bulletproof Coffee" ist in den USA zurzeit der heiße Kaffee-Trend: Es handelt sich um Kaffee mit Butter - es soll wach machen und gleichzeitig eine Mahlzeit ersetzen. Vor allem bei Anhängern der Paleo-Ernährung ist er sehr beliebt.

Auf dem Weg zu dieser Produktidee mussten sie mit diversen Fettpulvern experimentieren. Und dabei stellten sie fest: Mensch, das spritzt ja gar nicht, man braucht auch nur sehr wenig davon und erhält trotzdem ein super Brutzelergebnis. Ihnen war klar: Dieses Produkt darf der Allgemeinheit nicht mehr länger vorenthalten werden.

Und was ist da so drin, in dem Bratpulver?

Bratpulver Paudar
In den Salat streuen kann man Bratpulver natürlich nicht - dazu brauchen Sie nach wie vor möglichst gute Öle. Das Bratpulver-Fett ist zudem geschmacksneutral. Es ist auch für den Einsatz in Restaurants und Großküchen gedacht.
© RTL, infoNetwork

Hauptbestandteil von Paudar ist Palmöl. Palmöl steht zwar gesundheitlich und ökologisch in der Kritik, weil für den Anbau der Palmen im asiatischen Raum großflächige Rodungen auf Kosten der Tierwelt stattfinden. Aber die Firmen-Gründer betonen: "Palmöl ist besser als sein Ruf." Für das Produkt werde von ihnen nur RSPO-zertifiziert nachhaltiges Öl aus einem Traditionsanbaugebiet in Indien verwendet. Außerdem betonen die beiden, dass durch die geringen Mengen, die zum Braten benötigt würden, der Nachhaltigkeitsgedanke ebenfalls gefördert werde.

Die RSPO ist eine auf Initiative des WWF gegründete Organisation zur Förderung des Wachstums und der Nutzung von nachhaltigem Palmöl, deren Mitglieder aber hauptsächlich aus der Wirtschaft kommen. In der Kritik stand die RSPO zuletzt, weil sie ihren Mitgliedern verboten hatte, palmölfreie Produkte zu bewerben.

Die anderen Bestandteile des magischen Bratpulvers sind Salfett und Sonnenblumenöl-Lecithine. Salfett wird aus Salnüssen gewonnen. Und die werden, so die Gründer, ebenfalls auf dem indischen Subkontinent geerntet. Die lokale Landbevölkerung profitiere dabei nicht nur von garantierten Mindestpreisen, sondern habe in Dürreperioden eine weitere Einnahmequelle.

Sonnenblumen-Lecithin schützt dank seiner antioxidativen Eigenschaften Fette vor dem Einfluss von Sauerstoff und erhöht deren Haltbarkeit, vermindert die Spritzneigung bei Bratvorgängen und unterstützt auch die Bräunung beim Braten.

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