Was Sie dazu wissen müssen

Verbraucherzentrale warnt vor Lebensmitteln mit Palmöl

© picture alliance / dpa Themendie, Silvia Marks, war

6. August 2019 - 10:57 Uhr

Palmöl: Unterschätzte Gefahr

Palmöl steckt in sehr vielen Lebensmitteln, die wir für unseren täglichen Bedarf im Supermarkt kaufen: in Margarine, Brot, Keksen, Schokolade, in Chips, Seife und Cremes. Eine aktuelle Studie der Verbraucherzentrale Bayern zeigt aber, dass dieses Fett eine Gefahr für unsere Gesundheit ist.

Besonders Kinder sind gefährdet

Wenn Palmöl bei der Herstellung raffiniert, also gereinigt wird, kann dabei ein Schadstoff namens 3-MCPD entstehen. Er steht im Verdacht, Krebs auszulösen, Nierenschäden zu verursachen und Männer unfruchtbar zu machen. 

Die Verbraucherzentrale Bayern wollte nun wissen, wie viel 3-MCPD in den gängigsten Produkten enthalten ist. Dazu hat sie 26 Hersteller von Backwaren, Brotaufstrichen und Snacks kontaktiert. Elf Hersteller legten den 3-MCPD-Gehalt ihrer Produkte offen, aus den Ergebnissen lassen sich klare Rückschlüsse ziehen:

Während Erwachsene bei einer normalen, halbwegs gesunden Ernährung den empfohlenen Höchstwert vermutlich nicht dauerhaft überschreiten, sieht es bei Kindern anders aus. Denn sie wiegen weniger und überschreiten den Höchstwert schneller.

Was heißt das konkret?

Die Verbraucherzentrale Bayern hat anhand von zwei Speiseplänen durchgerechnet, wie schnell Kinder zu viel 3-MCPD zu sich nehmen. Dafür reichen z.B. 40 g Knuspermüsli zum Frühstück, 25 g Backerbsen beim Mittagessen und als Snacks zwischendurch 25 g Schokolade und 48 g Kekse. Frittierte Speisen, Margarine oder Nougatcreme auf dem Brot wurden dabei noch gar nicht berücksichtigt.

Eltern sollten deshalb folgendes beachten:

  • beim Einkaufen auf die Zutatenliste achten und schauen, ob Palmöl enthalten ist
  • ihren Kindern möglichst wenig frittiertes Essen geben
  • Mahlzeiten frisch kochen und dabei möglichst wenig vorverarbeitete Zutaten nutzen

Vorsicht ist auch bei Babys geboten. Denn die europäische Lebensmittelbehörde EFSA warnt: "Im schlimmsten Fall könnten Kleinkinder, die ausschließlich Säuglingsanfangsnahrung erhalten, die unbedenkliche Aufnahmemenge leicht überschreiten."

Erfahren Sie hier, welche alternativen Produkte Sie kaufen können, wenn Sie auf Palmöl ganz verzichten wollen.

Was ist Palmöl eigentlich?

Palmöl wird aus der Ölpalme gewonnen, es ist damit ein Pflanzenöl. Hersteller von Lebensmitteln schätzen dieses Fett wegen vieler Eigenschaften: Es lässt zum Beispiel Schokolade im Mund schmelzen und verleiht Margarine einen butterähnlichen Geschmack. Außerdem ist es besonders kostengünstig. Der WWF schätzt, dass in jedem zweiten Produkt in unseren Supermärkten Palmöl enthalten ist.