Raketenabwehr erleuchtet den Nachthimmel

Hamas macht Drohung wahr: Frau stirbt bei Raketenangriffen nahe Tel Aviv

Das israelische Raketenabwehrsystem "Iron Dome" erleuchtet den Nachthimmel.
Das israelische Raketenabwehrsystem "Iron Dome" erleuchtet den Nachthimmel.
© REUTERS, NIR ELIAS, NIR

13. Mai 2021 - 15:06 Uhr

Raketenalarm ausgelöst

In Israels Küstenmetropole Tel Aviv ist am Dienstagabend Raketenalarm ausgelöst worden. Im Stadtzentrum waren mehrere Explosionen zu hören. Der militärische Hamas-Arm erklärte, 130 Raketen vom Gazastreifen aus auf den Großraum Tel Aviv abgefeuert zu haben. Dabei kam laut der israelischen Rettungsorganisation Zaka eine Frau ums Leben. Es ist der bisher schwerste Angriff auf die Stadt. Der internationale Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv wurde wegen der Angriffe für Landungen und Abflüge geschlossen. Die Flüge werden nach Zypern umgeleitet.

Nach Drohung der Hamas

Die islamistische Hamas hatte zuvor mit Angriffen auf Tel Aviv gedroht. Jetzt macht sie offenbar Ernst. Eine Frau starb in der Stadt Rischon Lezion bei einem direkten Einschlag. In der Stadt Cholon südlich von Tel Aviv wurde außerdem ein Bus getroffen, er brannte aus. Mindestens sechs Menschen wurden bei dem Raketenangriff verletzt, wie die die Zeitung "Times of Israel" unter Berufung auf Rettungsdienste berichtete. Im Großraum Tel Aviv wurden nach Angaben von Sanitätern weitere Menschen verletzt.

Die israelische Armee hatte zuvor ein Gebäude mit Büros von Mitgliedern des Hamas-Politbüros und Sprechern der islamistischen Palästinenserorganisation im Gaza-Streifen zerstört. Die Anwohner des Gebäudes wurden vor dem Angriff von den israelischen Streitkräften gewarnt und angehalten, das Haus zu verlassen, wie Augenzeugen am Dienstagabend berichteten. Ein Sprecher der Hamas hatte zuvor mit einem "harten" Raketenangriff auf Tel Aviv gedroht, sollte der "Hanadi-Turm" zerstört werden.

Konflikt spitzt sich zu

Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern hatte sich in den vergangenen Tagen wieder zugespitzt. Militante Palästinenser feuerten nach Angaben der israelischen Armee innerhalb eines Tages rund 480 Raketen aus dem Gazastreifen in Richtung Israel ab. Israels Luftwaffe beschießt Ziele in dem abgeschotteten Küstengebiet. Auf beiden Seiten gab es bereits Todesopfer. Auch auf Jerusalem wurden Raketen abgefeuert.

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Israel weitet Angriffe aus

Israel hat am zweiten Tag eines anhaltenden Raketenbeschusses aus dem Gazastreifen eine Ausweitung seiner eigenen Angriffe angekündigt. Es sei beschlossen worden, deren "Stärke und Häufigkeit" zu erhöhen, sagte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Dienstag in einer Videoansprache. Ein Mitarbeiter der Nachrichtenagentur Reuters berichtete weniger als eine Stunde später von intensiveren Luftangriffen auf Ziele in und um die Stadt Gaza herum. Israelischen Behörden zufolge zog die Armee Panzer an der Grenze zum Gazastreifen zusammen und forderte Verstärkung auch für die Infanterie an. Die Zahl der Toten wurde insgesamt mit mindestens 30 angegeben.

Die radikal-islamische Hamas erklärte, sie habe allein bei einer einzigen fünfminütigen Salve 137 Raketen auf Aschkelon und Aschdod südlich von Tel Aviv abgefeuert. Die israelische Raketenabwehr fing nach Angaben des Militärs zunächst 90 Prozent aller über die Grenze gefeuerten Geschosse ab. Ohnehin sei von den Hunderten palästinensischen Raketen ein Drittel zu früh niedergegangen und habe eigene Zivilisten getroffen. Das Gesundheitsministerium im Gazastreifen erklärte dagegen, durch israelische Angriffe seien mindestens 28 Palästinenser - darunter zehn Kinder - getötet und 152 verletzt worden. Der israelische Sanitätsdienst sprach von zwei Frauen, die bei Raketenangriffen auf Aschkelon ums Leben gekommen seien.

LGR/ JGR/ dpa/ Reuters

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