Internationaler Tag der Pressefreiheit am 3. Mai

„Unersetzlich und zugleich lebensgefährlich“: Reporterinnen über ihre Arbeit mitten im Krieg

Tag der Pressefreiheit: So geht Journalismus im Krieg Berichte von der Front
01:23 min
Berichte von der Front
Tag der Pressefreiheit: So geht Journalismus im Krieg

30 weitere Videos

Am 3. Mai ist der internationale Tag der Pressefreiheit. Besonders in Kriegszeiten ist eine aufrichtige Berichterstattung wichtig. Bundesaußenministerin Annalena Baerbock würdigte die Arbeit der Kriegsberichterstatter als „unersetzlich und zugleich lebensgefährlich“. Wie es ist, im Kriegsgebiet zu arbeiten, schildern Kavita Sharma und Bettina Sengling – im Video.

Lese-Tipp: Antonia Rados - RTL-Reporterlegende berichtet jetzt aus Kiew

"200 Meter neben uns schlug Artillerie ein"

Unter Einsatz des Lebens arbeiten – für viele Menschen unvorstellbar, doch für Kavita Sharma ist das Alltag. Sie ist als Kriegsreporterin für RTL und ntv in der Ukraine. Nicht selten führt sie ihre Arbeit, die Berichterstattung vor Ort, direkt an die Front. „Situationen können wahnsinnig schnell kippen. Diesmal schlug auf einmal, circa 200 bis 250 Meter neben uns, Artillerie ein.“ Mindestens zehn internationale Journalisten sind seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine bereits ums Leben gekommen.

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock würdigte daher anlässlich des internationalen Tages der Pressefreiheit die Wichtigkeit der Arbeit von Reportern vor Ort. „Ihre Arbeit ringt uns nicht nur großen Respekt ab, sie ist unersetzlich und zugleich lebensgefährlich - mindestens zehn Medienschaffende sind in der Ukraine seit Beginn des Angriffskriegs getötet worden“, sagte die Grünen-Politikerin laut Auswärtigem Amt am Dienstag. Auch damit stehe ihr Einsatz leider stellvertretend für das, was Reporter weltweit im Dienst der Wahrheit leisteten und auf sich nähmen.

Am internationalen Tag der Pressefreiheit, dem 3. Mai, erinnern die Vereinten Nationen an den Wert der Informations- und Freiheitsrechte. Der Tag wurde 1993 auf Vorschlag der Unesco eingeführt.

"Möchte nicht nur die Erzählungen der Menschen wiedergeben"

Bettina Sengling berichtete schon in den 90er Jahren aus Tschetschenien, nun ist sie für den „stern“ immer wieder in Russland und der Ukraine unterwegs. Dabei hat sie klare Ansprüche an sich selbst. „Ich möchte aus Gebieten berichten, die umkämpft sind und wo die Menschen den Krieg direkt spüren müssen“, sagt die Reporterin. Dabei sei es wichtig, nicht nur die Erzählungen der Menschen wiederzugeben, sondern den Krieg selbst zu erleben.

Die Eindrücke von Reportern wie Sharma und Sengling sind maßgeblich für die öffentliche Meinung. Sie können Debatten anstoßen, die schließlich in möglichen Entscheidungen der Politik münden. Wo im Krieg Falschinformationen eingesetzt werden, ist es ihre Aufgabe, zu überprüfen und im Sinne der Pressefreiheit aufrichtig zu berichten. Das macht die Arbeit der zahlreichen Reporter in der Ukraine und anderen Krisengebieten unverzichtbar. (jak/dpa)