"Man darf sich den neuen Dingen nicht verschließen.“

Innovation im Handwerk: Hessische Preisträgerinnen krempeln Traditionsberufe um

Innovation im Handwerk: Hessische Preisträgerinnen krempeln Man darf sich den neuen Dingen nicht verschließen
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Man darf sich den neuen Dingen nicht verschließen
Innovation im Handwerk: Hessische Preisträgerinnen krempeln

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In vielen Branchen fehlt aktuell der Nachwuchs, so auch im Handwerk. Der Traditionsberuf muss neben den neumodischen Branchen ganz schön ankämpfen und verliert in der zunehmenden Digitalisierung für Auszubildende seinen Reiz. Den Spieß wollen Britta Schwalm und Korinna Bennecker aus Hessen nun umdrehen – sie passen ihr Handwerk an das digitale Zeitalter an. Wie das zusammenpasst, sehen Sie im Video.

Schmuck aus dem 3D-Drucker

Die Digitalisierung nimmt immer mehr Fahrt auf und Berufe in technischen Unternehmen werden zunehmend beliebter, während die Handwerker um jeden Anwärter kämpfen müssen. Um dem Problem entgegenzuwirken, passen sich Goldschmiedin Britta und Schneiderin Korinna dem Zeitalter an.

Lese-Tipp: Die junge Generation kann nicht mehr anpacken

Der Computer ist tatsächlich Brittas´ wichtigstes Werkzeug beim Anfertigen von Schmuckstücken. Nach ihren Skizzen entsteht mithilfe eines 3D-Programmes ein erster Entwurf für das gewünschte Produkt: „Die 3D-Daten werden erst gedruckt, danach gegossen und am ende geht es handwerklich weiter.“ Für die Goldschmiedin aus Langen ist klar: Digitale Innovationen machen vieles leichter.

Goldschmiedin Britta Schwalm nutzt den 3D-Drucker um ihre Skizzen in Schmuckstücke zu verwandeln.
Goldschmiedin Britta Schwalm nutzt den 3D-Drucker um ihre Skizzen in Schmuckstücke zu verwandeln.
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Nadel, Nähmaschine und Tablet - ein Muss

Auch für Schneiderin Korinna Bennecker gehört neben der Nadel und einer Nähmaschine das Tablet zur Grundausstattung dazu: „Man darf seine Wurzeln nicht vergessen, es ist superwichtig, diese alten Dinge zu behalten, aber man darf sich den neuen Dingen nicht verschließen.“

Sie ist Inhaberin einer Schneiderei in Frankfurt und trägt zum Beispiel die Maße ihrer Kunden nur noch im Tablet ein. Die Stunden der Mitarbeiter und einzelne Projekte sind ebenfalls auf dem digitalen Helfer gespeichert: „Dafür benutze ich ein Projektmanagementtool, wo ich die Aufträge aufgelistet habe und für jeden meiner Mitarbeiter eine Spalte habe, wo sie sehen können, was im Laufe des Tages gemacht werden muss.“

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Hessische Preisträgerinnen "Dein Werk, dein Tool"

Innovation am Arbeitsplatz – dafür wurden die beiden Powerfrauen bereits ausgezeichnet. Beim Videowettbewerb „Dein Werk, dein Tool“ des Digitalministeriums, belegte Korinna den ersten und Britta den zweiten Platz.

Mit ihren digitalen Strategien versuchen die Hessinnen nicht nur ihren Arbeitsalltag zu erleichtern, sondern auch Interesse für das Handwerk zu wecken: „Ich glaube, dass das für junge Leute schon auch wichtig ist zu sehen, dass wir auch digital arbeiten. Weil es einen Unterschied macht, ob ich in einen Betrieb reinkomme und sehe, es liegt überall der Staub von vorgestern und es wird alles noch handschriftlich in ein Büchlein aufgeführt oder ob ich halt einfach mit meinem Tablet oder Handy arbeiten kann“, so Korinna. (hdi/dgö)