Radprofi angefahren und gefoltert

In dieses Haus wurde Nathalie Birli (27) verschleppt

26. Juli 2019 - 8:29 Uhr

Video: Nachbarin spricht über den 33-jährigen mutmaßlichen Täter

Die österreichische Radsportlerin Nathalie Birli erlebte in einem Haus im österreichischen Kumberg bei Graz die wohl schlimmsten Stunden ihres Lebens. Ein geistig verwirrter Mann hatte die 27-jährige Radsportlerin nach eigener Aussage angefahren, entführt und gefoltert. Erst nach Stunden kam sie frei. Die Polizei bestätigte den Vorfall und ermittelt derzeit die genauen Tatumstände. Im Video zeigen wir das Haus, in dem die junge Mutter offenbar festgehalten wurde. Eine Nachbarin spricht über den mutmaßlichen Täter.

UPDATE: Der 33-Jährige hat ein Geständnis abgelegt.

"Tu, was ich will. Morgen bist wieder frei."

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Nathalie Birli wurde von einem Mann absichtlich angefahren und verschleppt.
© imago/GEPA pictures, imago sportfotodienst

Es waren Stunden des Horrors, die Nathalie Birli am Dienstag gegen 17 Uhr in der Steiermark erlebte. Die Triathletin war gerade auf ihrem Fahrrad unterwegs, als sie von einem Auto absichtlich angefahren wird. Sie stürzt und bricht sich den linken Unterarm. Ein geistig verwirrter Mann steigt aus, schlägt sie mit einem Holzknüppel nieder, fesselt sie mit Klebeband und wirft die junge Frau auf den Rücksitz seines Autos. Anschließend fährt er sie in sein Haus, berichtet die "Kronen-Zeitung".

"Als ich zu mir gekommen bin, war ich nackt und in einem alten Haus an einen Sessel gefesselt", erzählt Birli der Zeitung. Der Täter habe zu ihr gesagt: "Tu, was ich will. Morgen bist wieder frei." Anschließend habe er ihre Augen verbunden und sie gezwungen Wein und Schnaps zu trinken. "Er hat immer ein Messer in der Hand gehabt. Plötzlich hat er mir Mund und Nase zugehalten und wollte mich ersticken." Er habe sogar versucht, sie in einer Badewanne zu ertränken.

"Ich [...] weiß nicht, ob mich dieser Irre missbraucht hat"

Nachdem sie ihren Peiniger in ein Gespräch über Orchideen verwickelt habe, sei er plötzlich nett geworden und habe ihr von seinem Leben erzählt, so Birli. Nach Stunden konnte sie den offenbar geistig verwirrten Mann überreden, die Fesseln zu lösen und zurück nach Hause zu bringen. Sie habe ihm gesagt: "Sagen wir, es war ein Unfall und du lässt mich gehen", zitiert sie die Zeitung. Währenddessen alarmierte ihr Lebensgefährte die Polizei. Eine groß angelegte Suchaktion verlief zunächst ohne Erfolg.

Doch dann die unglaubliche Wendung: Gegen Mitternacht konnte ein Einsatzkommando der Polizei den 32-Jährigen festnehmen. Gespeicherte GPS-Daten des Fahrrads brachten die Polizei auf seine Spur. Unklar ist noch, ob der Täter ihr noch schlimmeres angetan hat. "Ich war eine Zeit lang bewusstlos und weiß nicht, ob mich dieser Irre missbraucht hat", so Birli.

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Polizei durchsucht Haus des 32-Jährigen in der Steiermark

Am Mittwoch wurden er Täter und Birli vernommen. Sie sei im Wesentlichen bei ihren Aussagen geblieben. Ein Polizeisprecher sagte jedoch: "Allerdings gibt es leichte Erinnerungslücken, das ist verständlich angesichts der Ereignisse." Außerdem haben die Ermittler Spuren im Haus des Verdächtigen gesichert.