Bezahlter Urlaub auf Vertrauensbasis

In dieser Firma kriegt man so viel Urlaub wie man will

15. Juni 2019 - 17:34 Uhr

Nie wieder Puzzeln mit den letzten Urlaubstagen...

Die Urlaubssaison ist in vollem Gange. Entweder hat man den langersehnten Sommerurlaub schon hinter sich oder er steht bald an - und dann fängt das Puzzeln mit den restlichen Urlaubstagen an. Wie viel frei brauche ich an Weihnachten? Ist noch ein Kurztrip drin? Wenn man Brückentage klug einspannt vielleicht sogar ein zweiter Urlaub? Fragen, die sich die meisten Arbeitnehmer gerade stellen dürften - aber nicht in der Frankfurter IT-Firma byte5. Denn hier bestimmen die Mitarbeiter selber, wie viel bezahlten (!) Urlaub sie im Jahr nehmen.

Vorhang frei für die Urlaubsflatrate

Urlaub so viel man will - das klingt wie der Traum aller Arbeitnehmer! Darum setzen immer mehr Firmen auf ein Urlaubsmodell, das nicht an eine vertraglich festgelegte Anzahl an Urlaubstagen geknüpft ist, sondern komplett auf Vertrauensbasis funktioniert. Mit ihren Aufgaben und Projekten eigenverantwortlich im Blick, sprechen die Angestellten untereinander ab, wer wann Urlaub macht. Und das kann durchaus mehr sein, als die durchschnittlichen 28,9 Urlaubstage in Deutschland.

"Wir sind intrinsisch daran interessiert, Regeln abzubauen, unnötige Regeln auf den Prüfstand zu stellen", erklärt uns Christian Köhler, stellvertretender Geschäftsführer von byte5, wo die 'Urlaubsflatrate' ab dem 1. Juli für die rund 20 Mitarbeiter offensteht. "Es geht um dieses Geben und Nehmen und natürlich mehr Zufriedenheit."

Wie sind die Regelungen, wenn Mitarbeiter sich nicht einig werden?

Sie haben nicht das Glück, so viel Urlaub machen zu können, wie Sie wollen? Und dann sind auch noch oft die Kollegen schneller mit ihren Anträgem oder bekommen bevorzugt Urlaub, weil sie Kinder im schulfähigen Alter haben? Welche Rechte Ihnen in Sachen Urlaub zustehen, sehen Sie oben im Video!

Netflix und Co. sind Vorreiter

Vorreiter von Modellen dieser Art, sind US-Firmen wie beispielsweise Netflix. Doch es gibt auch Kritiker des Flatrate-Modells. So zum Beispiel Jörg Feldmann von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA): "Das hört sich zunächst sehr nett an", sagt er gegenüber "Hessenschau". "Aber im Trend wird deutlich mehr gearbeitet als vertraglich vereinbart."

Um diesem Problem vorzubeugen, wird bei byte5 darauf geachtet, dass auch jeder noch so motivierte Arbeitnehmer die 20 gesetzlich festgelegten Mindesturlaubstage auf jeden Fall nimmt. Außerdem können die Mitarbeiter selbst entscheiden, ob sie im Modell Vertrauensurlaub mitmachen, oder bei der vertraglich geregelten Urlaubstagsanzahl bleiben möchten. Klingt doch eigentlich ganz fair, oder?