Eine Dosis weniger

RKI gibt neue Impf-Empfehlung für Babys

Impfplan der Säuglinge soll vereinfacht werden.
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07. Juli 2020 - 10:56 Uhr

Erste Impfung schon ab sechs Wochen

In Deutschland werden Kinder regelmäßig geimpft. Eine umfassende Impfpflicht besteht zwar nicht, dennoch beteiligen sich viele Eltern am Impfplan, um ihre Kinder vor Infektionskrankheiten zu schützen. Bisher erfolgte eine Grundimmunisierung in vier Stufen. Das Robert Koch Institut (RKI) empfiehlt aber nun eine Dosis weniger.

Babys impfen: 2+1 Schema wird empfohlen

Bisher wurde empfohlen, Babys nach folgendem Schema zu impfen:

  • Stufe ab sechs Wochen: Immunisierung gegen Rotaviren
  • Stufe ab drei Monaten: 6-fach-Immunisierung gegen Tetanus, Diphterie, Keuchhusten, Kinderlähmung, Hib (Haemophilus influenzae Typ b) und Hepatitis B. Zudem erste Pneumokokken-Schutzimpfung und die zweite Immunisierung gegen Rotaviren.
  • Stufe im Alter von vier Monaten: Zweite 6-fach-Impfung gegen Tetanus, Diphterie, Keuchhusten, Kinderlähmung, Hib (Haemophilus influenzae Typ b) und Hepatitis B.
  • Stufe im Alter von ca. 11 Monaten: Dritte 6-fach-Impfung

Nun empfiehlt Die Ständige Impfkommission (STIKO) das reduzierte 2+1 Schema mit einer Impfung weniger. Die bisherige zweite Impfstoffdosis im Alter von drei Monaten entfällt und Familien ersparen sich dadurch einen Arztbesuch.

Frühchen sollen beim 3+1 Schema bleiben

Frühchen hingegen, die vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche auf die Welt kamen, empfehlen die STIKO-Experten aufgrund des noch nicht ausgereiften Immunsystems die Impfungen nach dem 3+1 Schema. Sie bekommen also wie bisher vier Impfspritzen.

Auch Kindern, die bereits die zweite Impfstoffdosis vor dem Alter von vier Monaten erhalten haben, raten die Experten, die Impfserie nach dem 3+1-Schema abzuschließen.

Schutz bleibt gleich

Mit der Änderung will die STIKO den Impfplan vereinfachen und einen Arzttermin für Eltern und Kind einsparen. Dadurch lässt sich die Impfempfehlung leichter zeitgerecht und vollständig umsetzen. Außerdem soll dadurch der Bedarf an Impfdosen verringert werden. Das wiederum würde einem Engpass entgegenwirken und Kosten sparen.

Weniger Impfdosen bedeuten aber nicht weniger Schutz. Laut STIKO ist der Sechsfach-Impfstoff für beide Impfschemata zugelassen.