Das müssen Eltern jetzt wissen!

Impfpflicht für Masern tritt am 1. März in Kraft

Ab 1. März gilt Impfpflicht für Kinder in Deutschland
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28. Februar 2020 - 11:10 Uhr

Masern-Impfpflicht gilt ab 1. März 2020

"Impf dich, sonst schimpf ich!" So oder so ähnlich könnten bald die Gespräche zwischen den Gesundheitsämtern und Eltern, die ihre Kinder nicht impfen wollen, stattfinden. Am 1. März ist Masern-Stichtag für deutsche Schüler und Kindergartenkinder. Danach müssen alle Kinder, die das erste Lebensjahr vollendet haben, bei Eintritt in Schule und Kita eine Masern-Impfung vorweisen. Auch bei der Betreuung durch eine Kindertagespflegeperson muss in der Regel ein Nachweis über die Impfung erfolgen.

Nicht geimpfte Kinder können vom Besuch des Kindergartens ausgeschlossen werden

Ab dem 1. März wird bei Schülern und Kitakindern bei Eintritt in die Einrichtung überprüft, ob eine Masernimpfung vorliegt. Wenn dies nicht der Fall ist, haben die zuständigen Lehrer in Schulen eine Meldepflicht gegenüber dem jeweiligen Gesundheitsamt. Danach finden Gespräche zwischen Amt und Eltern statt. Eltern, die sich weigern, ihre Grundschulkinder impfen zu lassen, begehen künftig eine Ordnungswidrigkeit und müssen mit einer Geldbuße in Höhe von bis zu 2.500 Euro rechnen, so das Bundesministerium für Gesundheit. "Die Schüler müssen aber trotzdem in die Schule kommen, denn es herrscht ja eine allgemeine Schulpflicht", sagt Grundschullehrerin Ines Fickenwirth. Anders sieht es bei Lehrern aus. Wer nach 1970 geboren und nicht geimpft ist, bekommt den Zutritt zur Schule verwehrt.

Da es keine Kita-Pflicht in Deutschland gibt, sieht es für Impfverweigerer, die Kleinkinder haben, schon düsterer aus. Im schlimmsten Fall kann ihnen der Zugang zu einer Kindertagesstätte verwehrt werden. Ebenso kann eine Geldbuße gegen die Leiter von Kitas verhängt werden, wenn diese ungeimpfte Kinder zulassen. Kinder, die jetzt schon in Kitas und Schulen untergebracht sind, müssen den Impfnachweis bis zum 31. Juli 2021 erbringen und haben somit noch Zeit, sich impfen zu lassen.

Schutzimpfung dürfen künftig alle Ärzte durchführen

Damit die Impfpflicht nicht die Wartezimmer der Kinderärzte zum Platzen bringt, dürfen künftig alle Fachärzte Schutzimpfungen durchführen. Lediglich Zahnärzte sind von dieser Regelung ausgenommen. Auch soll der Öffentliche Gesundheitsdienst wieder verstärkt werden und in Schulen Reihenimpfungen durchführen.

Die Dokumentation über bereits geimpfte Kinder kann klassisch über den gelben Impfausweis aus Papier erfolgen. Künftig soll der Nachweis aber auch in elektronischer Form möglich sein. Der digitale Ausweis hat den Vorteil, den Patienten so besser an Auffrischungstermine erinnern zu können.

Masernimpfung ist nur in Kombination möglich

"Wenn Eltern der Impfpflicht nachkommen wollen, müssen sie gleichzeitig zwei andere Impfungen mit in Kauf nehmen", macht Kinderarzt Marcus Langhammer deutlich. Einen Impfstoff nur gegen Masern gibt es in Deutschland nicht. Es gibt nur den Kombinationsimpfstoff Mumps - Masern - Röteln. "Das hätte ehrlicher benannt werden müssen", meint Marcus Langhammer. Er persönlich rät allen Eltern, ihre Kinder gegen Masern mit einer Impfung zu schützen: "Aus medizinischer Sicht ist eine Impfung absolut positiv!"

Masern gehören zu den ansteckendsten Infektionskrankheiten. 2019 wurden in Deutschland bis Mitte Oktober 501 Fälle registriert. Im schlimmsten Fall kann eine Masernerkrankung tödlich verlaufen.