Wann platzt die Immobilienblase?

Frankfurter suchen verzweifelt nach bezahlbaren Wohnungen

15. Oktober 2021 - 18:03 Uhr

Wohnen nur mit großen Abstrichen

In Frankfurt mangelt es an bezahlbarem Wohnraum - mittlerweile ist Wohnen hier sogar teurer als in München, Hongkong oder Toronto. Wer soll das noch bezahlen? Norman Renwick sucht für sich und seine Freundin eine Wohnung in Frankfurt. So groß das Angebot auch ist: Die besten sind schnell weg. Der Fluglotse überlegt schon, welche Abstriche er machen soll, um überhaupt was zu bekommen. Wie es ihm ergeht, sehen Sie im Video.

"Der Drang in die Vororte ist auch am Main zu beobachten"

Die realen - also inflationsbereinigten - Wohnungspreise seien in Frankfurt seit 2016 jährlich um 10 Prozent gestiegen. Die Mieten seien jedes Jahr um annähernd 3 Prozent geklettert, stellten die Immobilienexperten fest. Günstige Kredite hätten zur Finanzierung spekulativer Mietprojekte geführt.

Wie auf den meisten anderen Immobilienmärkten zeichnet sich in der Corona-Krise aber auch in Frankfurt ein Wandel ab. Angesichts des immer unerschwinglicher werdenden Wohnraums und der neuen Möglichkeiten zum flexiblen Arbeiten sei das Bevölkerungswachstum in der Stadt vorerst zum Stillstand gekommen. "Der Drang in die Vororte ist auch am Main zu beobachten", stellt UBS fest.

Starke und anhaltende Abweichung des Preisniveaus

Die Bank errechnete in ihrem "Global Real Estate Bubble Index 2021" für Frankfurt und München im Vergleich zum Vorjahr gesunkene Werte von 2,16 und 1,84 - bei mehr als 1,5 Punkten bestehe ein Blasenrisiko. Damit liegen sie vor London oder New York. Als deutlich überhitzt mit Werten jenseits von 1,5 Punkten gelten demnach auch Vancouver, Toronto, Paris, Amsterdam, Stockholm, Zürich und Hongkong. Als "fair bewertet" wurden Immobilien in Madrid, Mailand und Warschau eingestuft.

Als Immobilienblase definiert die UBS eine starke und anhaltende Abweichung des Preisniveaus von Fundamentaldaten - etwa Einkommen, Wirtschaftswachstum und Bevölkerungswanderung. Betrachtet man jedoch, wie viel von ihrem Einkommen qualifizierte Arbeitnehmer für eine zentrumsnahe 60-Quadratmeter-Wohnung ausgeben müssen, stehen Frankfurt und München weit hinter Tokio, Hongkong, London und Paris.