Podcast "heute wichtig"

Wahlen in Frankreich: Macrons knapper Sieg

Emmanuel Macron bleibt Präsident in Frankreich.
Emmanuel Macron bleibt Präsident in Frankreich.
www.imago-images.de, IMAGO/Xinhua, IMAGO/Angelini Hans

Um Punkt 20 Uhr schlossen am Sonntagabend die Wahllokale – und Frankreich hat entschieden: Der bisherige Präsident Emmanuel Macron hat sich durchgesetzt. stern-Reporterin Andrea Ritter berichtet von einer diffusen Stimmung am Wahlabend in Paris.

Emmanuel Macron setzte sich gegen seine Konkurrentin Marine Le Pen durch

Frankreich hat gewählt – und gewonnen hat den Hochrechnungen zufolge der neue, alte Präsident: der neoliberale Emmanuel Macron mit seiner Partei La République en Marche. Es wird also keinen Wechsel im Élysée-Palast geben, obwohl die Wahlbeteiligung niedrig war, das Ergebnis weniger deutlich als noch fünf Jahre zuvor: "Einige Menschen haben für Macron abgestimmt, aber ohne große Begeisterung. Man wusste: Man muss für Macron abstimmen, um Le Pen zu verhindern", berichtet die Journalistin und Frankreich-Expertin Andrea Ritter. Sie hat den Wahlabend in Paris verfolgt und berichtet von einer eher gemäßigten Stimmung vor Ort: "Emmanuel Macron gilt als Präsident der Reichen, als arrogant, als derjenige, der soziale Ungerechtigkeiten vergrößert hat. Das ist nicht so ganz gerechtfertigt, aber spiegelt trotzdem die Stimmung in Paris wider."

Intensivkrankenschwester: "Bin mittlerweile enttäuscht von Lauterbach"

Intensivkrankenschwester Nina Zander ist enttäuscht vom System.
Intensivkrankenschwester Nina Zander ist enttäuscht vom System.
Privat

In der allerersten Folge "heute wichtig" war sie zu Gast, Intensivkrankenschwester Nina Zander. Ein Jahr später berichtet die 32-Jährige in der 260. Folge erneut von Momenten, die sie nie vergessen wird: "Eine Kollegin von mir ist letztes Jahr an Corona verstorben". Menschen helfen, Angehörige stützen, Leben und Tod – all das ist Nina Zanders Alltag auf einer Kölner Intensivstation, deshalb ist sie Krankenschwester geworden. Doch viele Probleme, die bereits vor einem Jahr präsent waren, gibt es immer noch. Zunächst habe Zander in Gesundheitsminister Karl Lauterbach große Hoffnungen gesetzt: "Ich bin mittlerweile enttäuscht von ihm. Er konzentriert sich sehr auf die Corona-Politik an sich [...], aber er lässt uns immer noch im Regen stehen."

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Weg von Massenabfertigung in der Pflege

Die gelernte Altenpflegerin fordert endlich Taten: "Wir müssen weg von unwürdiger Massenabfertigung." Zudem brauche die Branche angepasste Gehälter, nicht nur in der Krankenpflege. Und: "Die Ausbildung für Nachwuchskräfte muss deutlich attraktiver gemacht werden." Allerdings ist die 32-Jährige der Ansicht, dass es auch einige Kolleg:innen gäbe, die die Hoffnung auf bessere Arbeitsbedingungen längst aufgegeben hätten. Deshalb fordert sie im Gespräch mit Podcast-Host Michel Abdollahi: "Jeder, der im Gesundheitswesen tätig ist, kann selber aktiv werden (…). Wir können uns alle Körperschaften anschließen, wir können einem Berufsverband beitreten, einer Gewerkschaft, einer Pflegekammer. Wir müssen uns selbst organisieren."

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