Im Podcast "heute wichtig"

Pflegepersonal am Limit: "Die vierte Coronawelle ist jetzt schon schlimmer als die dritte"

Ein Facharzt und eine Intensivpflegerin intubieren einen Covid-19-Patienten auf der Intensivstation der Leipziger Uniklinik.
Ein Facharzt und eine Intensivpflegerin intubieren einen Covid-19-Patienten auf der Intensivstation der Leipziger Uniklinik.
© dpa, Jan Woitas, woi wst

17. November 2021 - 6:00 Uhr

Reporterin besucht Covid-Station

Forscher und Krankenhauspersonal warnen seit Wochen, dass die medizinische Versorgung in Deutschland an ihre Grenzen geraten könnte. Doch wie knapp sind die Kapazitäten wirklich? RTL-Reporterin Josephine Kahnt hat eine Covid-Station besucht und mit eigenen Augen gesehen, wie sehr das Personal derzeit um alle Patienten kämpft.

Fehlendes Personal macht Intensivstationen zu schaffen 

Nach 20 Monaten Pandemie ist das Pflegepersonal auf deutschen Intensivstationen psychisch und körperlich am Limit. Das Hauptproblem derzeit seien nicht nur fehlende Betten – "man hat zu wenig Pflegepersonal. Sonst könnte man mehr Patienten intensivmedizinisch behandeln", berichtet RTL-Reporterin Josephine Kahnt aus dem thüringischen Gera.

Das verbliebene Personal sei zwar mit Herz und Seele dabei, doch den nächsten Wochen und Monaten schauen die Pfleger mit "einem mulmigen Gefühl" entgegen. Die einzige Hoffnung: Dass sich mehr Menschen impfen lassen. Denn in Gera beispielsweise sind drei Viertel der Intensivpatienten ungeimpft. "Impfen ist ein Schlüssel, nicht der einzige – es ist auch Vorsicht geboten. […] Aber Impfen ist der richtige Weg, um die Intensivstationen zu entlasten", mahnt deshalb eine Oberärztin der Covid-Intensivstation.

Außerdem im Podcast: Mülldeponie statt Recyclingkreislauf 

H&M, Nike, Zara: Zahlreiche Marken werben damit, nachhaltiger werden zu wollen – und nehmen sogar alte Kleidung zurück, um sie angeblich zu recyclen. Bei "heute wichtig" stellt Flip-Chefredakteur Felix Rohrbeck in Zusammenarbeit mit der "Zeit" und dem NDR ein Experiment vor: Die Sneakerjagd. Dabei schicken elf Prominente ihre Schuhe an die Hersteller zurück oder geben sie an offiziellen Stellen ab, wo sie eigentlich recycelt werden sollen. Das Gegenteil passiert: Selbst Neuware landet oft im Müll.

"Nike selbst sagt, dass sie keine makellosen Schuhe schreddern würden. […] Aber das Statement widerspricht dem, was wir mit eigenen Augen sehen konnten", erklärt Rohrbeck. Das fange schon beim Design von neuen Sneaker-Modellen an: "Diese Vorstellung, dass man einen Schuh wieder in seine Bestandteile auseinandernehmen kann, und dann macht man daraus wieder etwas Neues – so stellt man sich ja eigentlich Recycling vor – das geht gar nicht, so wie Schuhe im Moment konzipiert werden."

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