Urteil: 15 Jahre Knast nach Bluttat in Brake

Ihre Tochter wurde erstickt: "Matthias G. hat unser Leben zerstört"

Die Mutter der getöteten Larissa brachte zum Urteil ein Foto ihrer Tochter und ihrer Enkelin mit.
Die Mutter der getöteten Larissa brachte zum Urteil ein Foto ihrer Tochter und ihrer Enkelin mit.
© RTL Nord

12. Mai 2022 - 17:16 Uhr

von Mareike Baumert und Carmen Gocht

Im vergangenen Dezember wurde die Leiche der 26-jährigen Larissa in der Wohnung von Matthias G. gefunden. Er soll die Frau und Mutter einer Tochter mit einem Handtuch erstickt haben. Beim Prozess am Landgericht Oldenburg ist die Mutter der Getöteten als Nebenklägerin dabei. An diesem Donnerstag wird der 34-jährige Angeklagte wegen Totschlags und versuchten Mordes in Tateinheit mit Körperverletzung zu 15 Jahren Haft verurteilt.

"Das kann ich nie verzeihen"

Matthias G. wurde zu 15 Jahren Haft wegen Totschlags und versuchtem Mord verurteilt. Am Landgericht Oldenburg bat er um Verzeihung.
Matthias G. wurde zu 15 Jahren Haft wegen Totschlags und versuchten Mordes verurteilt.
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Seit Anfang Mai muss sich Matthias G. vor Gericht verantworten. Er hat nie abgestritten, erst Larissa erstickt und anschließend mit einem Messer auf seine Nachbarin eingestochen zu haben. Am Tag der Urteilsverkündung entschuldigt er sich für seine Taten: "Es tut mir leid, ich wollte das nicht", sagt Matthias G. in seinen letzten Worten. Entschuldigungen will Larissas Mutter nicht hören. "Er hat uns einen tollen Menschen genommen, das kann ich nie verzeihen." Sie kümmert sich seit dem Tod ihrer Tochter um das zweijährige Enkelkind.

Richter will Nebenklägern Mut machen

Die zweite Nebenklägerin ist Mareike R. Sie wurde von Matthias G. mit einem Messer angegriffen, trotz mehrerer Stichverletzungen überlebte sie. Bei der Urteilsverkündung wendet sich der Richter an sie und an Larissas Mutter, um ihnen Mut zu machen: "Sie sind auf dem richtigen Weg, sie haben den Lebensmut nicht verloren und sie haben die Kraft – die Kraft, ihr Leben nicht vom Angeklagten abhängig zu machen."

Während des Prozesses wurde deutlich, dass Mareike R. immer noch an den psychischen Folgen der Messerattacke leidet und sie unter anderem nachts nicht schlafen kann. Außerdem ist noch nicht klar, ob die 26-Jährige jemals wieder ihre volle Sehkraft zurück bekommt, nachdem Matthias G. mit einem Messer ihr Auge verletzt hat.