Stichprobe mit Ekel-Ergebnis

Igitt! Leberwurst mit Hepatitis-Viren verseucht

Leberwurstproben mit Hepatitis-Viren belastet.
Leberwurstproben mit Hepatitis-Viren belastet.
© dpa, Oliver Berg, obe scg

02. September 2021 - 20:22 Uhr

70 Prozent der Proben belastet

Hepatitis-Viren in sieben von zehn Leberwurst-Proben – das ist das Ekel-Ergebnis einer Stichprobe des sas rbb-Verbrauchermagazin "SUPER.MARKT". Es wurden zehn Leberwurstsorten aus Supermärkten, Discountern und Bioläden im Labor auf das Hepatitis E-Virus untersucht. 70 Prozent der Stichprobe aus handelsüblichen Leberwürsten waren mit dem Erreger belastet.

Verbraucherzentrale zeigt sich schockiert

Dr. Britta Schautz, Ernährungsexpertin von der Verbraucherzentrale Berlin, äußert sich gegenüber SUPER.MARKT entsetzt: "Wir wissen zwar, dass die Belastung in den letzten Jahren zugenommen hat, aber dass so viele Proben wirklich Viren aufweisen, das ist schon erschreckend."

Das Hepatitis E-Virus wird vor allem durch kontaminiertes Trinkwasser oder verunreinigte Lebensmittel übertragen. Es kann zu schweren Leberentzündungen beim Menschen führen. Seit Jahren steigen die Fallzahlen der Hepatitis E-Erkrankungen in Deutschland rasant an. Deshalb haben das Robert-Koch-Institut, die Universität Tübingen und das Bundesinstitut für Risikobewertung 2020 nach den Ursachen dafür geforscht. Prof. Dr. Reimar Johne vom Bundesinstitut für Risikobewertung: "Hintergrund ist, dass wir wissen, dass dieses Virus vor allem in Hausschweinen und in Wildschweinen sehr weit verbreitet ist, und dass man sich über den Verzehr von Lebensmitteln von diesen infizierten Tieren auch infizieren kann."

"Viren haben in Lebensmitteln überhaupt nichts zu suchen"

Die Hersteller berufen sich vor allem auf die sichere Herstellung der Leberwurst durch Erhitzen. Deshalb seien die Viren zwar noch nachweisbar, es gehe aber keine Gefahr von ihnen aus. Ein Restrisiko sei jedoch nicht auszuschließen, warnt Britta Schautz und kritisiert, dass gefährliche Erreger, ob tot oder lebendig, überhaupt nicht ins Essen gehören: "Viren haben in Lebensmitteln überhaupt nichts zu suchen. Sie kommen da auch in der Regel nicht vor. Und genau das müssen die Hersteller ausschließen, indem sie ihre Rohprodukte gut kontrollieren und natürlich auch im Endprodukt sicherstellen, dass keine Viren vorhanden sind, die den Verbraucher schädigen könnten." Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät deshalb: "Wer ... sicher gehen will und der gerade zu einer hochempfindlichen Risikogruppe gehört, der sollte im Zweifel auf den Verzehr auch solch einer Leberwurst verzichten." (dpa/mna)