Bewerber werden zum Sündenbock für Betrüger

Identitäts-Klau mit Fake Jobs: Von diesen Stellenangeboten sollten Sie die Finger lassen!

20. August 2020 - 18:25 Uhr

Franziska will nur Geld verdienen - plötzlich steht die Polizei vor der Tür

Als Franziska ihre neue Stelle antritt, ist sie glücklich. Endlich einen Job gefunden! Doch die Freude währt nicht lange. Denn nach ein paar Wochen steht die Staatsanwaltschaft vor ihrer Tür - mit einem Beschluss zur Hausdurchsuchung: Franziska soll Gelder gewaschen und Menschen im Internet mit Fake-Anzeigen um Zehntausende Euro betrogen haben.

Offenbar missbrauchte die Firma, für die die junge Frau arbeitete, Franziskas Identität für kriminelle Handlungen. Mit welchen Konsequenzen sie jetzt leben muss und wie Sie sich vor solchen unseriösen Jobangeboten schützen können, zeigt RTL-Reporter Robert Keckeis im Video.

Inserate locken mit gutem Verdienst und Homeoffice

Gerade in Zeiten von Corona sind viele darauf angewiesen, sich mit einem Nebenjob etwas dazuverdienen. Doch mutmaßliche Betrüger nutzen diese Notlage schamlos aus, denn im Netz tummeln sich haufenweise dubiose Stellenangebote: Sie werben unter anderem mit Homeoffice und versprechen leicht verdientes Geld. Nicht selten steht dann allerdings nach wenigen Monaten die Polizei vor der Tür - der neue Nebenjob entpuppt sich als eine Falle für Geldwäsche und Warenbetrug.

Kein Vorstellungsgespräch? Finger weg!

So ging es auch Franziska. Sie ist mit 21 Jahren noch jung, doch Opfer werden in allen Altersgruppen gesucht, die Maschen sind dementsprechend abgestimmt. Franziska hat vor ein paar Monaten ihre Ausbildung als Pflegehelferin abgeschlossen, suchte dann aber zunächst nach einer anderen Arbeit.

Im Internet fand sie ein Inserat für eine Tätigkeit als Kundenbetreuerin, wurde engagiert. Ein persönliches Treffen mit dem vermeintlichen Chef fand allerdings nie statt, nicht mal ein Telefonat. "Gibt es überhaupt kein Vorstellungsgespräch, lernen Sie niemanden persönlich kennen, noch nicht mal über Skype oder Facetime, sollten Sie sehr misstrauisch sein," warnt Robert Keckeis.

Identität gestohlen: Das sind die Folgen

in Wirklichkeit hatten es die mutmaßlichen Betrüger nur auf Franziskas Identität abgesehen – denn für die Einstellung musste sie ihnen eine Kopie ihres Personalausweises schicken. Mit diesen Daten können Täter überall auf der Welt einkaufen, verkaufen, Bankkonten eröffnen – und am Ende ist der Jobsuchende zum mutmaßlichen Straftäter geworden, ohne davon die leiseste Ahnung zu haben.

Wem die Identität gestohlen wird, der muss in Gerichtsverfahren mühsam nachweisen, dass er die in seinem Namen getätigten Geschäfte oder Straftaten nicht begangen hat. Das Problem: In den meisten Fällen dauert es lange, bis die Opfer überhaupt merken, dass ihre Identität missbraucht wurde. Das macht es im Nachhinein umso schwieriger, die eigene Unschuld zu beweisen. Worauf Sie also unbedingt achten sollten, wenn Sie sich online um einen Job bewerben wollen, erklärt RTL-Reporter Robert Keckeis im Video.

Auch, wenn Ihnen das Portemonnaie mitsamt Ausweis gestohlen wird. sollten Sie sofort reagieren. Welche Schritte dann notwendig sind, um Ihre Identität zu schützen, erklären wir hier.