Gesundheitsrisiko bei regelmäßiger Schichtarbeit

Studie: Nachtarbeit erhöht wahrscheinlich Krebsgefahr

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20. August 2019 - 15:49 Uhr

Schichtarbeit auf Dauer wohl bedenklich

Es wurde bereits festgestellt, dass das Brustkrebsrisiko bei Frauen, die regelmäßig in der Nachtschicht arbeiten, erhöht ist. Jetzt gibt es weitere Erkenntnisse der Forscher der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus Frankreich: Arbeiten in der Nacht scheint auch für Männer sowie in verschiedenen Berufen das Krebsrisiko zu erhöhen.

Die innere Uhr gerät durcheinander

Besonders häufig müssen Krankenschwestern, Fabrikarbeiter, Flugbegleiter und Piloten zu verschiedenen Tageszeiten arbeiten. Dies kann schwere Folgen für die Gesundheit haben. Menschen, die in Schichtarbeit arbeiten, haben ein höheres Risiko an Krebs zu erkranken, als Arbeiter, die nur tagsüber arbeiten. Das Arbeiten in der Nacht sei in gleichem Maße krebserregend wie das Pflanzenschutzmittel Glyphosat und rotes Fleisch, so die IARC.

Durch die Arbeit zu verschiedenen Tageszeiten gerät unser ganzer Körper aus dem Gleichgewicht. Denn Stoffwechsel, Hormone und andere Vorgänge des Körpers folgen einem Tag-Nacht-Zyklus. Gesteuert wird diese "innere Uhr" durch Gene und äußere Umstände wie das Tageslicht. Wer gegen diesen Rhythmus arbeite, riskiert Übergewicht, Diabetes, Herz -und Kreislaufprobleme, geistigen Abbau und steigert wahrscheinlich auch sein Krebsrisiko.

12 Jahre Forschung zu Schichtarbeit

Bereits 2007 hat die IARC die Nachtschichtarbeit als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft. Da es mittlerweile viel mehr Studien zu diesem Thema gibt, bewerteten 27 Experten das Risiko in einem kürzlich veröffentlichten Artikel erneut. Die Einschätzung von vor 12 Jahren konnte bestätigt werden. Als Beleg wurden Tierexperimente herangezogen - Untersuchungen am Menschen seien aber noch nicht eindeutig genug, daher ist die sogenannte Kanzerogenität, also die krebserzeugende Wirkung, bei Nachtarbeit noch nicht endgültig belegt.