Erschreckende Studie: Nachtarbeit erhöht das Krebsrisiko bei Frauen

Krankenschwester bei der Arbeit
Krankenschwester, die häufig Nachtschichten arbeiten, haben ein höheres Risiko, an Krebs zu erkranken.
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Krankenschwestern sind besonders gefährdet

Nachtarbeit erhöht einer neuen Studie zufolge das Krebsrisiko von Frauen in Europa und Nordamerika. Am meisten gefährdet sind dabei nachts arbeitende Krankenschwestern.

Studie belegt: Nachtarbeit macht wirklich krank

Frauen, die nachts arbeiten, haben ein um 19 Prozent höheres Risiko, an Krebs zu erkranken als tagsüber arbeitende Frauen, so der Onkologe Xuelei Ma von der Universität Sichuan in Chengdu (China), einer der Autoren der Studie. Bei bestimmten Krebsarten sei das Risiko dabei besonders hoch: So sei es bei Magenkrebs um 18 Prozent höher, bei Brustkrebs um 32 Prozent und bei Hautkrebs sogar um ganze 41 Prozent.

Frauen in Asien und Australien seien laut der im US-Fachmagazin 'Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention' veröffentlichten Studie von dem erhöhten Risiko überraschenderweise nicht betroffen. Der Grund dafür könne möglicherweise sein, dass Frauen in Europa und Nordamerika mehr Sexualhormone haben könnten, die mit hormonell bedingten Krebsarten wie Brustkrebs in Verbindung gebracht werden.

Für Krankenschwestern in Nachtschicht steigt das Krebsrisiko

Laut der Studie ist das Krebsrisiko bei Krankenschwestern, die in Nachtschicht arbeiten, am höchsten. Ihr Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, sei um ganze 58 Prozent höher. Eine Erklärung dafür könne sein, dass Nachtschichten in Krankenhäusern besonders intensiv seien. Die Autoren weisen aber auch darauf hin, dass Krankenschwestern sich in der Regel häufiger untersuchen lassen als der Durchschnitt und möglicherweise deshalb auch häufiger eine Krebsdiagnose bekommen.

Bei der Studie wurden Frauen in Nordamerika, Europa, Asien und Australien untersucht. Zudem bezogen die Forscher 61 weitere zuvor veröffentlichte Studien ein, sodass Daten von insgesamt 3,9 Millionen Frauen sowie fast 115.000 Fälle von Krebserkrankungen in die Auswertung einflossen. Hier wurde jedoch nicht immer die gleiche Anzahl von Nachtschichten mit einbezogen - bei einigen Studien bereits 3 Nachtschichten, bei anderen mehr.