Damit sich nichts entzündet!

Hygiene-Tipps: So pflegen Sie Piercings richtig

20. Februar 2019 - 20:27 Uhr

Darauf sollten Gepiercte achten

Piercings sind nach wie vor im Trend und mittlerweile weit verbreitet. Damit Sie aber auch möglichst viel Spaß an Ihrem Körperschmuck haben, sollten Sie besonders in der ersten Zeit nach dem Stechen ein paar wichtige Hygiene-Regeln beachten. Wir erklären, welche das sind.

Neue Piercings täglich desinfizieren

Für den Körper ist das Piercing eine Wunde, über die aber keine Kruste gebildet werden kann, die die Stelle vor dem Eindringen von Schmutz oder Bakterien schützen würde. Umso wichtiger ist es, die Wunde sauber zu halten. Nur so kann der Stichkanal schnell eine eigene schützende Hautschicht aufbauen.

Ist ein Piercing frisch gestochen, muss die Haut deshalb unbedingt zweimal täglich mit sauberen Händen gereinigt werden - am besten mit antiseptischen Lösungen aus der Apotheke. Hier sollten Gepiercte besser zu flüssigen Varianten statt zu Salben greifen, denn diese weichen die Haut weniger stark auf. Wenn sich Krusten um das Piercing gebildet haben, lassen sich diese mit lauwarmem Wasser aufweichen und einem fusselfreien Tuch entfernen.

Dann kann das Pflegemittel großzügig auf die Haut um das Piercing aufgetragen werden. Es sollte kurz einwirken, das Piercing dabei aber nicht bewegen! Die Lösung gelangt trotzdem in den Stichkanal. Dieses Pflegeritual sollten unbedingt die ersten zwei Wochen nach dem Stechen eingehalten werden.

Piercing so wenig wie möglich anfassen

Baden, schwimmen, in die Sauna und ins Solarium gehen sollte man in der ersten Zeit mit dem neuen Piercing nicht. Ebenso wenig gehört ein Pflaster auf die frisch gepiercte Stelle, da dieses Feuchtigkeit einschließt.

Zudem sollte ein Piercing, bis es völlig verheilt ist, keinesfalls mit schmutzigen Fingern berührt und sowieso nur anfasst werden, wenn es unbedingt nötig ist. Es sollten außerdem keine fremden Körperflüssigkeiten an das Piercing gelangen. Ebenfalls darf man in den ersten zwei Tagen nach dem Stechen keine blutverdünnenden Medikamente einnehmen. Wenig Stress, gesunde Ernährung und viel Schlaf fördern eine schnelle Heilung der Einstichwunde ebenfalls.

Piercing direkt nach dem Stechen nicht entfernen

Das Piercing sollte nicht entfernt werden, bevor es vollständig verheilt ist. Stab oder Ring können aber regelmäßig gedreht werden, um die Bildung von Verwachsungen zu verhindern. Wird die Stelle plötzlich rot, nässt oder entzündet sich, sollte man sie von einem Arzt untersuchen lassen. Dieser muss das Piercing dann gegebenenfalls entfernen. Solche Behandlungen werden meist übrigens nicht von der Krankenkasse übernommen, da es sich bei einem Piercing nicht um einen medizinisch notwendigen Eingriff handelt.

Auch wenn das Piercing gut verheilt ist, sollte es regelmäßig gereinigt werden, etwa mit antibakterieller Seife.

Den richtigen Piercer finden

Häufig treten Komplikationen auf, wenn der Piercer nicht professionell arbeitet. Bei der Wahl seines Piercers sollte man deshalb besonderen Wert auf die Hygiene im Studio legen. Wichtig ist, dass er sterile Handschuhe trägt und nur Geräte benutzt, die vorher keimfrei verpackt waren.

Vor dem Stechen sollte man mit dem Piercer in einem Beratungsgespräch über die möglichen Risiken und etwaige Krankheiten sprechen, die durch das Piercing entstehen können. Skeptisch sollte man auch werden, wenn man das Gefühl hat, der Piercer klärt nicht vollständig auf. Vor der Behandlung sollte der Piercer sich die Stelle immer in einer Voruntersuchung anschauen und prüfen, ob diese sich anatomisch überhaupt für ein Piercing eignet. 

Piercen erst ab 14 Jahren erlaubt

Für den Beruf des Piercers gibt es keine besonderen Anforderungen - dies kann also praktisch jeder tun. Umso sorgfältiger sollte man das Piercing-Studio auswählen. Die Deutsche Gesellschaft für Piercing etwa stellt auf ihrer Website eine Studio-Checkliste mit Anhaltspunkten bereit, die man bei der Auswahl des Studios beachten sollte.

Weil Piercen als Körperverletzung gilt, muss man der Behandlung als Kunde schriftlich zustimmen. Jugendliche unter 14 Jahren dürfen nicht gepierct werden - auch nicht mit dem Einverständnis der Eltern.