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Piercing

Ein Piercing ist Körperschmuck, der mit einer Nadel durch die Haut gestochen wird. Bei unsachgemäßer Pflege kann ein Piercing zu Komplikationen führen.

Piercing picture alliance / Bildagentur-online/Blend Images | Blend Images/Peathegee Inc

Das Piercing ist eine Form von Körperschmuck. Dabei werden Ringe oder Metallstifte meistens mithilfe eines peripheren Venenkatheters und einer Piercingklemme durch die Haut gestochen. Das kann an unterschiedlichen Körperstellen geschehen. Besonders verbreitet sind Gesichtspiercings. Sogenannte Labretpiercings sticht der Piercer durch die Unterlippe. Bei den Oberlippenpiercings unterscheidet man zwischen Madonna- und Medusapiercings. Das Madonnapiercing wird seitlich gestochen und das Medusapiercing durch das Philtrum. Der Schmuck kann auch an den Augenbrauen oder der Nase getragen werden. Piercings, die durch die Nasenscheidenwand gestochen werden, nennt man Septum. Wangenpiercings heißen auch Cheeks. Sie sehen aus wie Grübchen. Darüber hinaus lassen sich viele Menschen auch die Zunge oder die Ohren piercen. Im Genitalbereich und an den Brustwarzen tragen ebenfalls viele Menschen Schmuck. Um sich stechen zu lassen, muss man in Deutschland mindestens 18 Jahre alt sein. Mit Erlaubnis der Eltern ist es auch früher möglich.

Komplikationen und Risiken beim Piercing

Wenn das Piercing in der Heilungsphase nicht vernünftig gepflegt wird, kann sich die Einstichstelle entzünden. Das ist auch der Fall, wenn der Piercer selbst nicht hygienisch gearbeitet hat. Es kann zudem zu sogenanntem Wildfleisch kommen. Fachsprachlich nennt sich diese Form eines gutartigen Tumors auch Keloid. Diese braunen bis dunkelroten Hautwucherungen lassen sich nicht so einfach entfernen und sie heilen auch nicht von selbst ab. Bei Piercings, die durch Knorpelgewebe gestochen werden, scheinen sie häufiger aufzutreten.

Die Piercingpflege

Die Heilungsphase dauert unterschiedlich lang und hängt von der Art des Piercings und der Einstichstelle ab. Sie variiert zwischen einer Woche und zwölf Monaten. Ein Lippenbändchenpiercing kann in einer Woche abheilen. Ein Intimpiercing braucht teilweise bis zu einem Jahr für die vollständige Heilung. Während dieser Zeit behält man den Schmuck, den der Piercer eingefügt hat. Erst nach Abheilung sollte individueller Schmuck eingesetzt werden. Es ist zudem wichtig, dass die Stelle und das Piercing selbst regelmäßig gereinigt werden. Dafür eignen sich Kochsalzlösungen und Desinfizierungsmittel. Das Piercing sollte zudem nicht ständig angefasst werden und wenn, dann nur mit gewaschenen Händen.