Hunden sollen Stimmbänder durchtrennt werden – weil sie zu laut bellen

02. September 2017 - 12:45 Uhr

Nachbarn haben sich beschwert – Besitzer müssen Hunden operieren lassen

Ihre Hunde haben zu laut gebellt. Nun müssen die Besitzer im US-Bundesstaat Oregon ihren Tibetmastiffs Teile der Stimmbänder entfernen lassen. Das hat ein Gericht beschlossen, nachdem sich die Nachbarn jahrelang über das laute Bellen beschwert hatten.

In Deutschland ist das Debarking verboten

Beim sogenannten Debarking (auf Deutsch 'Entbellen') entfernt ein Tierarzt Teile der Stimmbänder des Hundes. Das Bellen soll dadurch gedämpfter und weniger störend klingen. In Deutschland und den meisten EU-Staaten ist diese Praxis verboten. In den USA gelten unterschiedliche Bestimmungen, nur in wenigen Bundesstaaten wie Massachussetts ist Debarking ausdrücklich nicht erlaubt.

Bellen ist eigentlich ein normales Verhaltensmuster eines Hundes. Er bellt, wenn er fröhlich ist oder seinen Schutztrieb auslebt. Aber auch, wenn er verängstigt, gestresst oder aggressiv ist oder Schmerzen hat. In der Regel lässt sich starkes Bellen vermeiden, wenn der Stress reduziert oder die Tiere erzogen werden.

Tierschützer halten das Debarking daher für eine komplett falsche Lösung. Zwar würden Hunde dadurch leiser bellen, die Auslöser für das Bellen bleiben jedoch in der Regel erhalten.

238.000 US-Dollar Strafe

Das Paar hält seit 1999 Tibetmastiffs, mit der Begründung, diese für die Schafzucht zu benötigen. Bereits 2015 hatte ein Gericht die Hundehalter zu 238.000 US-Dollar Schadensersatz an die Nachbarn verurteilt. Bei dem Betrieb handele es sich nicht um eine Farm, lautete die Begründung.

Schon damals sollten sie auch das Bellen der Tiere - wenn nötig chirurgisch - unterbinden. Dem kamen die beiden jedoch nicht nach. Die Richter bestätigten das frühere Urteil jetzt. Die Kläger hatten angegeben, die Lautstärke des Gebells der Tiere auf dem Nachbargrundstück entspreche der von einer Schießanlage oder durchdringender Autohupen.