13. Juni 2019 - 16:28 Uhr

6 Hundefutter bekommen im Test die Note „sehr gut“ - 9 sind „mangelhaft“

Wie heißt es so schön: Der Hund ist der beste Freund des Menschen. Und die Gesundheit des geliebten Vierbeiners ist Frauchen und Herrchen so einiges wert. Satte 445 Millionen Euro gaben die Deutschen 2017 für Feucht­futter aus. Das ist eine stolze Summe. Doch wie ist es um die Qualität der Hundenahrung bestellt? Was versorgt den Vierbeiner perfekt mit allen Nährstoffen? Stiftung Warentest zeigt in Heft 06/2019, dass längst nicht jedes Alleinfuttermittel das liefert, was ein Hund täglich braucht. Das ernüchternde Ergebnis: Neun von 31 getesteten Feuchtfuttern sind durchgefallen. Sechs bekamen allerdings das Prädikat "sehr gut"! Einen weiteren Hundefutter-Vergleich finden Sie hier.

Stiftung Warentest hat Nassfutter und tiefgekühlte Barf-Menüs untersucht

Feuchtfutter sind ziemlich praktisch, denn Händler preisen sie als Komplettmahlzeit an, die Hundebesitzern das aufwendige Kombinieren von Zutaten abnehmen. Stiftung Warentest hat 31 Alleinfuttermittel getestet, die versprechen, alle für das Tier notwendigen Nährstoffe zu liefern: Aminosäuren für Herz und Muskeln, Linolsäure für Leber, Haut und Fell, Kalzium und Phosphor fürs Skelett und Vitamine. Ob diese Versprechen eingehalten werden, wurde an einem Modellhund untersucht. Dieser entspricht ungefähr dem deutschen Durchschnittshund. Er bewegt sich mäßig, wiegt 15 Kilogramm und braucht am Tag 724 Kalorien.

Barfen liegt voll im Trend – doch die Rohfütterung ist nicht ohne Risiko

Hundebesitzer setzen seit über zehn Jahren aufs Barfen.
Die Rohfütterung (Barfen) ist seit über zehn Jahren bei Hundehaltern sehr beliebt.
© Getty Images/iStockphoto, Chalabala

"Barf" ist die Abkürzung für biologisches, artgerechtes Rohfutter. Barfen bedeutet, dass der Hund ausschließlich rohes Futter wie Fleisch oder Gemüse bekommt. Und genau da liegt das Problem. Das Rohfutter kann stark keimbelastet sein. Und zu diesem Ergebnis kamen auch die Untersuchungen von Stiftung Warentest. Vier von den fünf getesteten Barf-Menüs waren auffällig. Vor allem Enterobakterien, die meist aus dem Darm stammen konnten nachgewiesen werden.

Für Hunde ist das weniger problematisch. Menschen, die im Haushalt leben, können sich allerdings infizieren und verschiedenste Beschwerden bekommen.  Außerdem ist rohes Fleisch ein Herd für Krankheitserreger. Wenn die Kühlkette unterbrochen wurde, kann es viele Keime enthalten, die sich beim Auftauen rasend schnell vermehren. Barf-Produkte gehören deshalb nicht neben Lebensmittel für Menschen - weder im Kühlschrank noch beim Verarbeiten.

Unbedenklicher sind dagegen Schalen- und Dosenfutter. Alle 26 getesteten Feuchtfutter waren mikrobiologisch einwandfrei, denn Dosenfutter wird erhitzt und Keime werden so abgetötet.

Das Ergebnis von Stiftung Warentest: 9 Hundefutter bekommen das Prädikat „mangelhaft“

Neun der getesteten Produkte eignen sich nicht als Alleinfutter. Sie bekommen die Note "mangelhaft". Darunter fallen sämtliche Barf-Menüs. Vor allem Mineralstoffe und Vitamine fehlten. Sechs Dosenfutter fielen dagegen positiv auf. Sie liefern Hunden den optimalen Nährstoffmix. Darüber hinaus empfehlen sie auch die passenden Futtermengen. Schadstoffe sind bei ihnen, wie bei den meisten Futtern im Test, kein Problem. Und das wird mit der Note "sehr gut" quittiert.

Fazit der Stiftung Warentest: Die getesteten Barf-Menüs können nicht empfohlen werden. Bei Nassfutter gilt "Günstig heißt nicht gleich billig", denn Schalen- und Dosenfutter vom Discounter landen in der Test-Liga auf dem Siegertreppchen.

Drei Gewinner und Verlierer des Hundefutter-Tests für kleine und große Hunde

Vor allem für kleinere Hunde eignet sich zum Beispiel das Futter von Lidl, Aldi Süd und Netto Marken-Discount. Die Tagesration kostet zwischen 1,36 und 1,58 Euro. Für große Tiere bieten sich die großen, günstigen Dosen von Edeka und Netto Marken-Discount an. Bestes Markenprodukt ist Pedi gree.

Diese drei Produkte wurden am besten bewertet:
Gut & Günstig - Saftige Brocken mit Rind von Edeka (Note sehr gut/1,2; Preis 0,59 Cent pro Tagesration
Orlando Schlemmerkern-Pastete mit Rind, Kartoffeln & Kräutern von Lidl (sehr gut/1,2; 1,49 Euro)
Romeo Select feine Pastete mit Rind & Landgemüse von Aldi Süd (sehr gut/1,4; 1,36 Euro)

Diese Produkte wurden am schlechtesten bewertet:
Procani Rind Komplettmenü (Note mangelhaft/5,0; Preis 3,48 Euro pro Tagesration)
Tackenberg Barf-Menü vom Pferd mit Heidekartoffeln (mangelhaft/5,0; 3,68 Euro)
ZooRoyal Hector & Paula Huhn-Komplettmenü (mangelhaft/5,0; 3,35 Euro)