Fast verhungert

Warum Corona Hund Charlie fast das Leben kostete

Charlie wäre fast gestorben, weil er wegen Corona nicht versorgt werden konnte.
Charlie wäre fast gestorben, weil er wegen Corona nicht versorgt werden konnte.
© Tierschutzverein Zwickau und Umgebung e.V.

30. Januar 2021 - 12:55 Uhr

Da eine Betreuerin den erkrankten Hundebesitzer nicht mehr besuchen konnte, geriet auch Charlies Leben in Gefahr

Es ist eine tragische Geschichte für Mensch und Tier. Hund Charlie wurde in letzter Sekunde aus einem vernachlässigten Haushalt gerettet. Sein damaliger Besitzer war psychisch schwer erkrankt und in dieser Situation völlig auf sich allein gestellt, da seine Betreuerin ihn wegen Corona nicht mehr besuchen konnte. Dadurch konnte der Mann sich nicht mehr ausreichend um seinen Hund Charlie kümmern. Völlig entkräftet kam der Rüde schließlich in ein Tierheim bei Zwickau in Sachsen. Dort hat er nicht nur eine liebevolle neue Besitzerin gefunden, er ist auch Büroliebling, Freund und Seelenbegleiter geworden.

Charlie konnte sich nicht mehr auf den Beinen halten

Charlie wäre fast gestorben, weil er wegen Corona nicht versorgt werden konnte
13 Minuten nach Ankunft im Tierheim: Charlie war nur noch Haut und Knochen.
© Tierschutzverein Zwickau und Umgebung e.V.

Als der 10-jährige Beagle-Rüde Charlie im Sommer 2020 in das Tierheim kam, wog er nur noch sieben Kilo. Er war nur noch Haut und Knochen, konnte weder stehen noch laufen oder gar bellen. Sein Gesicht war eingefallen, die Rippen deutlich sichtbar. Charlie kam aus einem vernachlässigten Haushalt. Sein Besitzer hatte wegen einer schweren psychischen Erkrankung die Kontrolle über sein Leben verloren und konnte sich so weder um sich selbst noch um Charlie kümmern. Das Gericht hatte ihm eine Betreuerin gestellt, die regelmäßig nach ihm sehen und helfen sollte. Doch durch die Corona-Pandemie durfte sie ihn nicht mehr besuchen und der Mann versank komplett in seiner traurigen Welt.

Zwei Tage später und Charlie wäre tot gewesen – verhungert!

Charlie wäre fast gestorben, weil er wegen Corona nicht versorgt werden konnte
Charlie macht gute Fortschritte und kann schon wieder toben.
© Tierschutzverein Zwickau und Umgebung e.V.

"Das war Rettung in letzter Sekunde", sagt die Tierheim-Vorsitzende Dr. Claudia Ruf. Mehrere Nachbarn hatten auf den Mann eingeredet, er soll Charlie doch abgeben, aber er konnte nicht, die Angst vor dem Alleinsein war wohl zu groß. Schließlich kam der Mann in eine betreute Wohnunterkunft, dort verstarb er vor ein paar Monaten. Charlie wurde in das Tierheim gebracht. Die Pfleger und Pflegerinnen kümmerten sich aufopferungsvoll um ihn. Stündlich musste er mit kleinen Mengen gefüttert werden, damit er sich langsam wieder an das Essen gewöhnt. Um das gewährleisten zu können, hat Frau Dr. Ruf Charlie mit zu sich nach Hause genommen und nun gibt sie ihn nicht mehr her. Sie hat ihn bei sich aufgenommen und Charlie ist nun ihr stetiger Begleiter.

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Charlie ist Bürohund und Lieblingskollege

Charlie wäre fast gestorben, weil er wegen Corona nicht versorgt werden konnte
Charlie ist bei allen beliebt.
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Auch wenn Charlie noch nicht komplett über den Berg ist, macht er sich doch ganz gut. Inzwischen hat er 5 Kilo zugelegt, läuft und bellt wieder. "Vernachlässigte Tiere kommen immer wieder ins Tierheim, aber im letzten Jahr hatten wir vier extreme Fälle, einer der Hunde konnte nicht mehr gerettet werden. Charlie und zwei andere haben es geschafft und konnten in ein neues Leben durchstarten – das ist das, was uns im Tierheim motiviert weiterzumachen!", so Dr. Ruf.

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