Spritpreise wie vor der Corona-Krise

Warum ist Tanken wieder so teuer?

Tanken ist wieder teurer geworden
Tanken ist wieder teurer geworden
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25. Februar 2021 - 10:25 Uhr

Benzinpreise erreichen höchsten Stand seit Januar 2020

Haben Sie auch einen Schock bekommen, als Sie das letzte Mal getankt haben? Seit Anfang des Jahres ist der Sprit wieder teurer – und die Preise steigen immer weiter. Mittlerweile ist Benzin wieder so teuer wie vor der Corona-Krise. Ein Liter Super E10 kostet laut ADAC derzeit 1,413 Euro und hat damit erstmals seit Januar 2020 wieder die Marke von 1,40 Euro übersprungen. Aber warum? Für den Preis-Schock an der Zapfsäule gibt es gleich mehrere Gründe.

Mehrwertsteueranhebung und CO2-Abgabe

Gleich zu Beginn des Jahres haben zwei Faktoren die Benzinpreise wieder steigen lassen: Die vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer um drei Prozent ist ausgelaufen – seitdem zahlen wir also einfach wieder mehr Steuern auf Benzin. Hinzu kommt, dass es seit Anfang des Jahres außerdem eine Steuer auf CO2 gibt. 25 Euro pro verursachter Tonne CO2 werden fällig. Laut ADAC haben sich deswegen der Liter Super E10 im Mittel um 7,7 Cent und der Liter Diesel um 7,6 Cent verteuert.

Der CO2-Preis wird jährlich angehoben, darum müssen Autofahrer auch in den kommenden Jahren zum Jahreswechsel mit steigenden Preisen rechnen.

Hoffnung auf Ende der Corona-Krise lässt Ölpreis steigen

Doch nicht nur Steuern lassen die Benzinpreise steigen. Hinzu kommt auch, dass der Ölpreis wieder steigt. Zu Beginn der Corona-Krise war der Ölpreis wegen einbrechender Transport- und Tourismusindustrie und dem Zurückfahren der Wirtschaft auf Rekord-Tief, lag zwischendurch sogar im Negativbereich.

Nach Angaben des ADAC steigt der Ölpreis aber seit November 2020 wieder, denn an der Börse hofft man auf ein baldiges Ende der Corona-bedingten Einschränkungen durch voranschreitende Impfungen – und damit auch auf einen deutlichen Wirtschaftsaufschwung.

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Extremwetter in den USA sorgt für Logistikprobleme bei der Ölproduktion

Neben Hoffnungen an der Börse treibt aber auch ein konkreter Rückgang der Ölförderung die Preise in die Höhe. Schuld daran ist laut Experten unter anderem das Extremwetter in den USA in den letzten Wochen. "Einige Schätzungen gehen davon aus, dass 40 Prozent der amerikanischen Ölproduktion infolge der extremen Witterung ausgefallen sind", so Carsten Fritsch, Ölanalyst bei der Commerzbank. Hinzu kommt, dass die Öl-Allianz Opec+ ihre Produktion im Februar und März um mindestens 1,425 Millionen Barrel (je 159 Liter) am Tag gekürzt hat. Anfang April soll die Ölförderung aber wieder an Fahrt gewinnen.

Tanken Sie am besten zwischen 18 und 22 Uhr

Ingesamt sank der Ölpreis in den letzten Tagen aber bereits leicht. Es besteht also Hoffnung, dass auch die Benzinpreise bald wieder etwas niedriger sind – und der Preis-Schock an der Zapfsäule ausbleibt.

Wer generell günstig tanken will, sollte grundsätzlich die Kraftstoffpreise vergleichen. Wer die bisweilen erheblichen Preisunterschiede zwischen verschiedenen Tankstellen und Tageszeiten nutzt, kann viel Geld sparen und sorgt indirekt für ein niedrigeres Preisniveau. Laut dem ADAC ist Tanken in der Regel zwischen 18 und 22 Uhr am günstigsten.

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