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Hohe Kriminalität in Südafrika: Reiche Weiße im Waffenwahn

Hohe Kriminalität in Südafrika: Reiche Weiße im Waffenwahn

RTL-Reporterin Nicole Macheroux-Denault berichtet

Die Kriminalitätsrate in Südafrika ist erschütternd hoch: Durchschnittlich 45 Menschen werden täglich getötet. Alle acht Stunden wird eine Frau von ihrem Partner umgebracht. Besonders reiche, weiße Südafrikaner fürchten um ihre Sicherheit und schützen sich mit Waffen gegen Kriminelle. Eine tatsächliche Gefahr oder nur ein Vorwand, der der Waffenlobby dient?

Der Prozess um Oscar Pistorius wirft in Südafrika die Debatte um Waffenbesitz auf.
Wegen der hohen Kriminalitätsrate in Südafrika schützen sich viele reiche Weiße mit Feuerwaffen.

"Ich fühle mich sicherer, wenn ich mich selbst schützen kann", sagt ein 21-Jähriger in einem Einkaufscenter der südafrikanischen Hauptstadt Pretoria. Hier legt der Student die Prüfung zum Waffenschein ab. Er ist in seinem Elternhaus mit Waffen aufgewachsen. Die Erlaubnis zum Schießen gehört für den 21-Jährigen zum Erwachsen werden dazu, wie der Führerschein.

Das Waffengesetz in Südafrika ist nicht so streng wie in Deutschland. Wird man bedroht, darf man sich mit einer Schusswaffe im eigenen Haus verteidigen. Darauf beruft sich auch Oscar Pistorius vor Gericht. Der Paralympics-Star hatte seine damalige Freundin Reeva Steenkamp durch eine geschlossene Badezimmertür erschossen – wie er behauptet, weil er sie für einen Einbrecher hielt.

Soziologin Sarah Nuttall kritisiert, die hohe Kriminalitätsrate in Südafrika werde missbraucht, um die Einwohner zu schockieren. Der Großteil der Verbrechen fände in den ärmsten Vierteln statt. Reiche Südafrikaner seien davon kaum betroffen. RTL-Reporterin Nicole Macheroux-Denault berichtet über den umstrittenen Waffenbesitz.