Gaaaanz schlechtes TimingMit Wehen! Hochschwangere auf A100 von Klima-Aktivisten blockiert

Hoffentlich kommt JETZT nicht das Baby! Das muss sich eine Schwangere gedacht haben, als sie, mitten in den Wehen liegend, in einer Straßen-Blockade feststeckte. Klima-Aktivisten hatten die A100 blockiert, sodass kein Durchkommen mehr für Autofahrer war.
Polizei rettete das "Storchentaxi"
Wie die Polizei Berlin via Twitter verrät, verharrte das „Storchentaxi“ in Höhe Tempelhofer Damm zunächst ausweglos. Bei der Aktion „Essen Retten – Leben Retten“ hatten sich am Donnerstagmorgen (10.2.) zehn Aktivisten der Klimaschutz-Initiative "Aufstand der letzten Generation" auf die Fahrbahn begeben. Sechs von ihnen klebten sogar ihre Hände auf dem Asphalt fest. Für die Beamten Grund genug, die Blockade zu unterbinden. „Alles Gute für die Entbindung und einen guten Start ins Familienleben“, wünschten die Retter in Uniform der Schwangeren via Twitter nach dem Einsatz. Gegen 8:50 Uhr soll der Einsatz vorbei gewesen sein.
Wochenlange Proteste verärgern Autofahrer

Seit Wochen sorgen Klimaaktivisten mit derartigen Aktionen für Aufsehen. Wie lang das so weitergehen soll? Bis die „Regierung endlich ihren Job macht“, verkündete die Gruppierung via Pressekonferenz. Die A100 erklärten sie kurzerhand zum Ort „zivilen Widerstands". Was betroffene Autofahrer nicht gerade freuen dürfte, ist es für sie doch bloß ein Ort des von A-nach-B-Kommens.
Rund 30 Mal blockierten Aktivisten zuletzt bereits Straßen und Autobahnen. Was sie wollen? Ein Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung und eine Wende in der Agrarindustrie. Die Aktivisten der Gruppe blockieren seit gut zwei Wochen immer wieder Autobahnen, um das „Essen-Retten-Gesetz“ durchzusetzen und so Treibhausgase einzusparen. Auch am Donnerstag (10.2.) gab es an der Berliner Stadtautobahn A100 wieder lange Staus.
Das sagt Cem Özdemir zu der Klima-Kiste

Wer sich da angesprochen fühlen dürfte und sollte: Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir. Der hat die Autobahnblockaden von Klimaaktivisten für ein Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung kritisiert. „Ich glaube, dass Straßenblockaden unserem gemeinsamen Ziel schaden“, erklärte der Grünen-Politiker am Donnerstag (10.2.) der Deutschen Presse-Agentur. „Gesellschaftliche Mehrheiten gewinnt man ganz sicher nicht, wenn man Krankenwägen, Polizei oder Erzieherinnen auf dem Weg zur Arbeit blockiert.“
Für Ziele brauche man gesellschaftliche Mehrheiten. Özdemir betonte: „Mir persönlich ist der Kampf gegen Lebensmittelverschwendung sehr wichtig und ich bin froh, dass wir uns als Koalition vereinbart haben, dass Lebensmittelspenden erleichtert und die Verschwendung von Lebensmitteln verringert werden.“ Dazu sei er mit anderen Bundesministerien im Gespräch.
Die Ampel aus SPD, Grünen und FDP hat im Koalitionsvertrag das Ziel ausgegeben, Lebensmittelverschwendung vom Feld bis zum Handel zu reduzieren. Dafür sollen Zielvereinbarungen abgeschlossen und überwacht werden. Ob dafür ein Gesetz notwendig sei, werde abzuwägen sein, hieß es aus Özdemirs Ministerium. Zu prüfen seien auch haftungs- und steuerrechtliche Erleichterungen, um Lebensmittelspenden zu erleichtern.
(nos / dpa)