Deutschlands Baumärkte leiden unter Lieferengpässen

Hobby- und Profi-Handwerkern drohen Preiserhöhungen in Baumärkten

Baumarkt
Kunden stehen mit Einkaufswagen in einem Baumarkt in einer Schlange vor den Kassen an.
deutsche presse agentur

Lieferanten kündigen Verträge und kündigen Preiserhöungen an

Auf Profi- und Hobby-Handwerker kommen noch ungemütlichere Zeiten zu: Die globalen Probleme in den Lieferketten setzen Deutschlands Bau- und Gartenmärkte unter Druck. Es seien "noch einige Zeit deutlich spürbare Auswirkungen" für die Märkte zu befürchten, sagte der Sprecher des Handelsverbandes Heimwerken, Bauen und Garten (BHB), Peter Wüst.

Branche "traditionell sehr preisbewusst"

21.03.2020, Baden-Württemberg, Ulm: In einem Baumarkt werden Kunden mit Markierungen und Paletten auf Abstand gehalten. Wegen der Ausgangsbeschränkungen im benachbarten Bayern müssen dort die Bau- und Gartenmärkte geschlossen bleiben. Foto: Stefan Pu
Abstandss-Hinweis wegen Corona in Ulmer Baumarkt (Symbolfoto)
puc pil, dpa, Stefan Puchner

"Viele Lieferanten kündigen gerade flächendeckend ihre Verträge mit den Handelspartnern und avisieren massive Preiserhöhungen und Lieferengpässe." Vereinzelt begrenzten Händler Abgabemengen, "damit für alle Kunden Angebote vorhanden sind und nicht Einzelne ganze Warengruppen aufkaufen".

Ob es dadurch für Verbraucher teurer wird, wollte Wüst nicht sagen. Die Branche sei "traditionell sehr preisbewusst" sei und werde weiter Wege finden, die Waren zu vergleichsweise attraktiven Preisen anzubieten.

Nachfrage gestiegen, Produktion gesunken

HANDOUT - 29.03.2021, Ägypten, Suez: Das auf Grund gelaufene Containerschiff «Ever Given» blockiert den Suezkanal. Jetzt ist der Schifffahrtskanal wieder frei. Die «Ever Given» wurde am Nachmittag wieder vollständig flottgemacht, wie das Bergungsunte
Auch die spektakuläre Havarie des Containerschiffs "Ever Given" im Suezkanal hat ihren Anteil an den weltweiten Lieferengpässen vieler Branchen.
GHY esz, dpa, -

Ein Sprecher der Baumarktkette Bauhaus sagte mit Blick auf die Lieferketten, die Lage sei "sehr dynamisch und angespannt". Man könne aber keine langfristige Aussage zu Lieferzeiten und Preisentwicklungen treffen.

Gründe für die Turbulenzen im Welthandel gibt es viele: So ist nach dem Corona-Krisenjahr 2020 mit der Konjunkturerholung die Nachfrage hochgeschnellt, nachdem viele Firmen die Produktion gedrosselt hatten. Zugleich sind Container knapp. Hinzu kamen folgenschwere Ereignisse wie die Havarie des Containerschiffes "Ever Given"im März im Suezkanal, wodurch diese wichtige Route tagelang blockiert war.

Wüst rechnet damit, dass die allgemeine Lage und damit die Verknappung der Rohstoffe sich in zwei bis drei Jahren reguliert. Im diesjährigen Weihnachtsgeschäft erwartet er in den Baumärkten und Gartenfachmärkten "nicht unbedingt eine weitere Zuspitzung" der Lage. Dieser Abschnitt des Geschäftsjahres ist für die Branche eher unwichtig - erst im Frühjahr dürfte die Kundennachfrage wieder stark anziehen. (uvo; dpa)