Mehr UFOs am Himmel?

Meldestelle für unbekannte Himmelsphänomene registriert mehr Anrufe

Der Himmel über Lützelbach-Breitenbrunn im Odenwald - ein abgelegener und damit guter Ort um Himmelsphänomene zu beobachten.
Der Himmel über Lützelbach-Breitenbrunn im Odenwald - ein abgelegener und damit guter Ort um Himmelsphänomene zu beobachten.
© dpa, Frank Rumpenhorst, fru rho

26. Mai 2021 - 9:04 Uhr

Anrufer können Beobachtungen nicht einordnen

Beim Blick in den Himmel sind manche Menschen in der Corona-Pandemie offenbar sensibler geworden: Das Centrale Erforschungsnetz außergewöhnlicher Himmelsphänomene (Cenap) in Lützelbach-Breitenbrunn registriert seit geraumer Zeit zunehmend Anrufer, die sich irritiert über Beobachtungen am Himmel zeigen. "Auffällig sind dabei die Schilderungen der Menschen am Telefon. Einerseits sprechen ihre Beschreibungen klar für Flugzeuge oder Helikopter. Auf der anderen Seite können viele Anrufer diese Beobachtungen nicht eindeutig einordnen", sagte Hansjürgen Köhler von Cenap der Deutschen Presse-Agentur.

Freier Himmel regt die Fantasie an

Der Hobby-Astronom registriert in den vergangenen Monaten ein verstärktes Aufkommen von Meldungen über die Hotline der Meldestelle. Es deute sich an, dass sich bei manchen Bürgern in der Pandemie offenbar die Wahrnehmung von Flugobjekten verändert hat. Dies sei zu Beginn der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr bei den Anfragen noch nicht ins Gewicht gefallen. "Aber jetzt, nach über einem Jahr mit geringeren Flugbewegungen in Deutschland, ist die Zunahme solcher Meldungen auffällig", so Köhler.

Nach Angaben der Deutschen Flugsicherung (DFS) in Langen gab es im vergangenen Jahr aufgrund der Pandemie einen durchschnittlichen Rückgang des Flugverkehrs von 56 Prozent gegenüber 2019. Auch bei der DFS in Langen geht man davon aus, dass wegen des deutlich zurückgegangenen Flugverkehrs die verbliebenen Bewegungen am Himmel stärker wahrgenommen werden. "Vielleicht haben die Menschen aber auch einfach mehr Muße, einmal in den Himmel zu blicken?", fügt eine Sprecherin fragend hinzu.

SpaceX - Lichtpunke wie an einer lange Perlenkette

Hansjürgen Köhler
Seit 1976 prüft Hansjürgen Köhler vom Cenap kritisch Berichte über unbekannte Flugobjekte und Himmelphänomene. Foto: Frank Rumpenhorst/Archiv
© deutsche presse agentur

Seitdem das Raumfahrtunternehmen SpaceX von Tesla-Chef Elon Musk regelmäßig sogenannte Starlink-Satelliten für ein geplantes weltumspannendes Internet-Netz ins All verfrachtet, melden sich nach Angaben von Hansjürgen Köhler auch deshalb immer wieder Beobachter bei ihm. Viele Frauen und Männer zeigten sich besorgt oder verwundert über die Lichtpunkte und ihre Formation, die eine lange Kette aus leuchtenden Punkten am Himmel bildet.

Normalerweise melden sich bei Hansjürgen Köhler Menschen, die sich über Helium-Ballons mit LED-Beleuchtung, Sternschnuppen oder leuchtende Modellflugzeuge wundern und in Erfahrung bringen möchten, worum es sich dabei handelt.

Cenap hat seinen Sitz im hessischen Odenwald und hat es sich zur Aufgabe gemacht, Berichte über Himmelsphänomene zu prüfen. 1976 gegründet, setzt sich der Hobby-Astronom Hansjürgen Köhler kritisch mit Berichten von angeblichen Ufo-Sichtungen auseinander.

dpa/mva