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Hessen: Kinder werden nur noch "aufbewahrt": Kita-Personal geht auf die Straße

Kinder werden nur noch "aufbewahrt"

Rote Karte für das Land: Kita-Personal geht auf die Straße

Rote Karte für das Land: Kita-Personal geht auf die Straße Kinder werden nur noch "aufbewahrt"
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Kinder werden nur noch "aufbewahrt"
Rote Karte für das Land: Kita-Personal geht auf die Straße

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In Hessen haben am Mittwoch Mitarbeiter von Kitas und Ganztagsschulen die Arbeit niedergelegt. Betroffen waren Einrichtungen in Frankfurt, Hanau sowie in und rund um Kassel und Gießen. Die Streikenden trafen sich zu Kundgebungen unter anderem in Wiesbaden und Frankfurt. Die Mitarbeiter fühlen sich vom Land im Stich gelassen. Mehr im Video.

Leiden statt leiten

„Die Kinderanzahl wird immer aufgestockt, aufgestockt, aufgestockt, aber wir bekommen keine Erzieher nach“, fasst Erzieher Thomas Römer die aktuelle Situation zusammen. Auch für die Kita-Leiter ist die Situation alles andere als einfach. „Wie soll ich gut leiten, wenn ich keine Fachkräfte und kein Personal habe?“, meint Kita-Leiterin Kathrin Strehlow-Bergmann. „Ich leide, ich leite nicht mehr.“

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Aufnahmestopp in vielen Kitas

„Wir sollen Bildungsaufträge erfüllen und haben noch nicht mal Zeit, während der Arbeit pinkeln zu gehen“, beschwert sich Kita-Fachbereichsleiterin Antje Heyd. In vielen Kitas herrscht wegen dem aktuellen Personalmangel Aufnahmestopp. Kinder würden nur noch „aufbewahrt werden“ und nicht mehr betreut, so eine Erzieherin. Auch der endlose Papierkram schlaucht die Erzieher. „Es ist einfach genug“, so Kita-Leiter Markus Zienow. Man brauche mehr Personal und bessere Löhne. Auch das Einstiegsgehalt von rund 3.000 Euro brutto im Monat ist bei den aktuell vorherrschenden Arbeitsbedingungen kein Anreiz für den Nachwuchs.

Die Gewerkschaft Verdi fordert mehr Wertschätzung für das Kita-Personal, aber auch Entlastung. Auch werden höhere Löhne und mehr Personal vom Land gefordert. „Wir haben derzeit leider die Situation, dass manchmal eine Kollegin mit 25 Kindern den ganzen Tag alleine ist und das geht nicht. Das ist auch grob fahrlässig“, so Kristin Ideler von der Gewerkschaft Verdi. (dpa/dgö)