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Kita-Streik

Unter einem Kita-Streik versteht man eine arbeitsrechtliche Auseinandersetzung von Erziehern und Sozialarbeitern.

Kita-Streik picture alliance / dpa

Mit dem Begriff Kita-Streik wird in Deutschland der Arbeitskampf von Erziehern und Sozialarbeitern bezeichnet. Beispielsweise legten im Frühjahr 2015 rund 240.000 Beschäftigte für vier Wochen die Arbeit nieder.

Der Begriff Kita-Streik ist in Deutschland fast schon ein Synonym für den Kampf von Erziehern und Sozialarbeitern um verbesserte Arbeitsbedingungen und höhere Gehälter. Unter der Führung der GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) und ver.di wird die Arbeitsniederlegung oft als letztes Mittel während eines Tarifkonflikts eingesetzt.

In der ersten Jahreshälfte 2015 fand eine solche Arbeitsniederlegung statt, die sich über einen Zeitraum von rund vier Wochen hinzog. Diese sorgte für große Belastungen berufstätiger Eltern, die auf die Unterbringung ihrer Kinder in Kindertagesstätten angewiesen waren. Da ein Schlichterspruch, der Gehaltsverbesserungen von bis zu 4,5 Prozent vorsah, von der Mehrheit der Gewerkschaftsmitglieder abgelehnt wurde, drohte für den Monat Oktober 2015 eine neue Streikwelle. Diese konnte im September des gleichen Jahres durch die Wiederaufnahme von Tarifverhandlungen zwischen den Gewerkschaften und den kommunalen Arbeitgebern jedoch abgewendet werden. In einer sogenannten Urabstimmung stimmte die Mehrheit der Gewerkschaftler für die Annahme des Verhandlungsergebnisses, welches vorrangig Verbesserungen für jüngere Erzieher und Sozialarbeiter, aber auch eine Lohnerhöhung von durchschnittlich 3,7 Prozent vorsah. Die kommunalen Arbeitgeber bezifferten die Mehrkosten pro Jahr auf 315 Millionen Euro – die Verbesserungen traten rückwirkend zum 1. Juli 2015 in Kraft.

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