Was kommt als Nächstes auf uns zu?

Hellseherin Laurie Garrett sagte Coronavirus-Pandemie voraus

Wissenschaftsjournalistin Laurie Garrett hat bereits in den 90er Jahren vor einer Pandemie gewarnt
Wissenschaftsjournalistin Laurie Garrett hat bereits in den 90er Jahren vor einer Pandemie gewarnt
© New York Times

05. Mai 2020 - 14:03 Uhr

Wie wird sich die Situation entwickeln?

Laurie Garrett hat bereits früh eine Pandemie wie das Coronavirus vorhergesagt. Im Interview mit der US-Zeitung "The New York Times" verrät die Hellseherin und Wissenschaftsjournalistin, wie sie den weiteren Verlauf der Corona-Epidemie einschätzt und wann ihrer Meinung nach mit einem Impfstoff zu rechnen ist.

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Garrett hat bereits im Jahr 1994 vor einer Pandemie gewarnt

Die mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Journalistin hat in ihrem Bestseller "Die kommende Pest" aus dem Jahr 1994 sowie in späteren Büchern und Reden immer wieder vor einer Pandemie wie der gegenwärtigen gewarnt. Auch der Verlauf der Pandemie sei für sie keine Überraschung. Im Interview mit "The New York Times" erklärt sie, sie habe damit gerechnet, dass das Coronavirus diese Verwüstung anrichten, dass China das Geschehen herunterspielen oder dass die Reaktion darauf vielerorts schlampig und träge sein würde. Sie sei schließlich "Kassandra" (Kassandra war die Prophetin der griechischen Mythologie, die dazu verdammt war, unbeachtete Warnungen auszusprechen, Anm. der Redaktion).

Verlauf der Pandemie sei keine Überraschung - mit einer Ausnahme

Nur einen Punkt habe sie nicht vorausgesehen: dass der Inbegriff von Schlamperei und Trägheit die Vereinigten Staaten sein würden. "Das hätte ich mir nie vorstellen können, niemals", sagt sie. Die Schuld dafür sieht sie in der Politik Donald Trumps und nennt ihn "den inkompetentesten, tollkühnsten Dummkopf, den man sich vorstellen kann". Garrett ist schockiert, dass Amerika nicht in der Lage ist, die globale Antwort auf diese Krise anzuführen. Doch sie kritisiert nicht nur Trump, sondern auch das Gesundheitssystem der USA. Das Problem sei größer als Trump und älter als seine Präsidentschaft. "Amerika hat nie ausreichend in die öffentliche Gesundheit investiert."

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"Wir brauchen entweder eine Heilung oder einen Impfstoff"

Danach gefragt, wie sie das jüngst in den USA zugelassene Medikament Remdesivir einschätzt, sagt sie: "Remdesivir ist wahrscheinlich nicht unser Ausweg". Es sei nicht heilend. Sie weist darauf hin, dass es laut Medizinern lediglich die Genesung von Covid-19-Patienten verkürzt. "Wir brauchen entweder eine Heilung oder einen Impfstoff." Diesen Impfstoff kann sie sich auch im nächsten Jahr jedoch nicht mehr vorstellen, während Covid-19 ihrer Meinung nach noch viel länger eine Krise bleiben wird. "Ich habe allen erzählt, dass mein Ereignishorizont etwa 36 Monate beträgt, und das ist mein Best-Case-Szenario", sagt sie.

Rückkehr zur Normalität wird es nicht geben

Garrett erwartet, dass die Epidemie die Menschen und ihre Denkweise nachhaltig verändern wird. "Sie werden die Bedeutung des Reisens neu bewerten. Sie werden ihre Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs neu bewerten. Sie werden die Notwendigkeit von persönlichen Geschäftstreffen überdenken", glaubt Garrett. Eine Rückkehr zur Normalität wird es ihrer Meinung nach nicht geben. Vielmehr werde ein neues Normal geschaffen werden. Als Beispiel führt sie den 11. September 2001 an, in dessen Folge sich die USA in einen Anti-Terror-Staat verwandelt habe.

Ihrer Meinung nach stehen uns Jahre des Todes und "kollektive Wut" bevor. Ob sie damit richtig liegt oder sie die Politiker, Virologen und sonstigen Wissenschaftler dieser Welt eines Besseren belehren, wird die Zukunft zeigen.

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Im zweiten Teil der RTL.de-Doku "Stunde Null - Wettlauf mit dem Virus" stellen wir die Frage: Wie besiegen wir Corona? Dafür gleichen die Autoren die verschiedenen Maßnahmen einzelner Länder rund um den Globus mit den aktuellen Empfehlungen von Forschern ab.