Heike Trinker verlässt "Alles was zählt"

Am 18. Juli 2011 verlässt Heike Trinker in ihrer Rolle als Claudia Bergmann „Alles was zählt“. Nach der gescheiterten Hochzeit mit Richard, der Pleite des Zentrums und der perspektivlosen Affäre mit Axel hält Claudia nichts mehr in Essen. Sie nimmt einen Job als Choreografin in Rosenheim an und verlässt Essen. Ihren letzten Drehtag bei "Alles was zählt" hatte Heike Trinker am 1. Juli 2011. Wir haben sie nach ihren Plänen für "danach" befragt.
Wie geht es für dich beruflich und privat nach deinem letzten Drehtag bei "Alles was zählt" weiter?
Glücklicherweise haben sich nach AWZ viele Projekte angeschlossen. Ich habe für die Krimiserien "Wilsberg" und "SOKO Stuttgart" gedreht. Und bin bei "Stubbe – Von Fall zu Fall" als Leiterin der Spurensicherung eingestiegen. Ich habe eine Folge schon abgedreht, es gibt dieses Jahr eine weitere Folge und nächstes Jahr voraussichtlich drei. Deshalb gab es privat noch überhaupt kein Durchatmen und ich bin froh, dass ich seit dem 4. Juli endlich Zeit dafür habe.
"Alles was zählt" ist, so betonen es viele deiner Kollegen immer wieder, eine große Familie. Wie schwer fiel der Abschied?
Auch ich habe mich ausgesprochen wohl gefühlt hier, anders als in vergleichbaren Formaten habe ich bei AWZ auch zu solchen Kollegen Freundschaften aufbauen können, mit denen ich gar nicht regelmäßig gedreht habe. Ich habe viel auch über andere interessante Dinge in der "Welt da draußen" geredet und nachgedacht, viele sehr persönliche und ehrliche Begegnungen gehabt. Das macht die Zeit wertvoll und das Gehen schwer. Zugleich gibt es die berechtigte Hoffnung, dass wir uns auch weiterhin außerhalb der Arbeit sehen werden.
Welche war Heikes Lieblingsszene bei AWZ?
Während deiner Zeit bei "Alles was zählt" gab es viele besondere Drehs, wie die 1000. Folge, die NRW-Meisterschaft und die Hochzeit von Claudia und Richard. An welche Szenen erinnerst du dich besonders gerne zurück?
Es gab eine fast wortlose Szene zwischen Tatjana Clasing und mir, die sehr besonders war. Tatjana trauerte in ihrer Rolle als Simone um den Tod von Jenny, ihrer Tochter. Ich konnte diesen Schmerz sehr gut nachvollziehen, war aber schon die klare Konkurrentin für sie im Kampf um Richard. Wir trafen uns im Fahrstuhl und keine sagte etwas. Aber es war eine wahnsinnig schöne und intensive Spannung zwischen uns, das mochte ich sehr. Geliebt habe ich auch die Abfahrt zur Meisterschaft nach Dortmund. Da es draußen Hunde und Katzen geregnet hat, beschloss Regisseur Klaus Knoesel, die gesamte Abfahrts-Arie in den VW-Bus zu verlegen. Wir haben nur gelacht. Es war wie auf einem Kindergeburtstag, auf engstem Raum hockten wir zusammen, draußen goss es und wir haben nur gealbert, Süßigkeiten gegessen, den Text gesucht und gelacht. Es war herrlich.
Welches Erinnerungsstück vom Set würdest du mit nach Hause nehmen wollen?
Ich bin selber überrascht über das, was mir jetzt einfällt, denn es ist das Gemälde von Axel Schwarz, das über seinem Schreibtisch hängt.
Neben deiner Arbeit als Schauspielerin engagierst du dich auch für Charity-Projekte. Du bist Botschafterin für den "Run of Colours", der am 16. Juli 2011 stattfindet. Kannst du kurz erläutern, worum es bei dem Projekt geht und warum du dich entschieden hast, dieses Projekt aktiv zu unterstützen?
Der "Run of Colours" ist ein 5- bzw. 10-km-Lauf am Rheinauhafen in Köln, umrahmt von einem bunten Bühnenprogramm, bei dem sämtliche Einnahmen der Kölner Aids-Hilfe zugute kommen. Aids ist auch heute noch eine lebensbedrohliche Krankheit, die nur dadurch, dass sie nicht mehr täglich auf den Titelseiten der Zeitschriften erscheint, nichts von ihrem Schrecken verloren hat. Nach wie vor ist Aufklärung nötig, Prävention. Und wichtig ist es, Betroffene in die Mitte zu nehmen, Menschen mit HIV und Aids nicht auszugrenzen. So ist der "Run of Colours" eine gute Möglichkeit, Solidarität auf sportliche Art zu zeigen und unterstützt gleichzeitig die wichtige Arbeit der Kölner Aids-Hilfe.
Du hast noch einen kleinen Abschiedsgruß für alle "Alles was zählt"-Fans …
Ja. Ich kann eure Leidenschaft für dieses "Steinkamp-Zentrum" und all den sich darum rankenden Geschichten sehr gut verstehen! Ich war für eine Weile sehr gern Teil dieser großen Familie, finde auch, dass diese engagierte und beherzte Arbeit viele Fans verdient hat. Deshalb freue ich mich, dass es euch gibt, die ihr diese Arbeit unterstützt. Kreativ, ausdauernd, respektvoll, sympathisch. Danke für all eure Post und all die guten Wünsche und weiterhin: viel Vergnügen und interessante Unterhaltung bei AWZ. Ich grüße euch alle herzlich und winke ... bereits von Weitem ... eure Heike.



