Hannover: Kampfhund beißt Mutter und Sohn tot - Obduktion bestätigt die Tragödie

06. April 2018 - 15:55 Uhr

Staffordshire-Terrier beißt in Hannover Mutter und Sohn tot

Gewissheit nach tragischem Unglück in Hannover: Eine 52-Jährige und ihr 27 Jahre alter Sohn wurden am Dienstagabend tot in ihrer Wohnung aufgefunden, weil ihr Hund sie nach einem ersten Verdacht zu Tode biss. Die Obduktion der Leichen bestätigte nun, dass beiden Opfer tatsächlich an den Bissverletzungen, die ihnen ihr eigener Staffordshire-Terrier-Mischling Chico zufügte, gestorben sind. Der Kampfhund musste von Feuerwehrleuten mit einer Schlinge eingefangen werden und ist derzeit im Tierheim Langenhagen untergebracht. Laut der Staatsanwaltschaft in Hannover wird er nun vermutlich eingeschläfert. Der Besitzer und seine Mutter sollen mit dem Tier überfordert gewesen sein.

Besitzer waren mit dem aggressiven Hund überfordert

Polizeiangaben zufolge war der Sohn kleinwüchsig und schwer krank. Die Mutter saß im Rollstuhl. Beide sollen mit dem Staffordshire-Terrier überfordert gewesen sein. Der 27-Jährige habe den aggressiven Hund in einem Zwinger in der Wohnung gehalten, berichteten Nachbarn unseren Reportern. Ihre Aussagen sehen sie im Video unten.

Die 25 Jahre alte Tochter der getöteten Frau hatte die Beamten alarmiert, weil sie ihre Mutter und ihren Bruder nicht erreichen konnte. Beim Blick durch ein Fenster machte sie dann den grausamen Fund: Sie entdeckte einen leblosen Körper in der Wohnung und alarmierte die Polizei. Die Beamten fanden die Leichen der beiden in einer Wohnung im Stadtteil Hannover-Groß-Buchholz.

Es kommt immer wieder zu tödlichen Zwischenfällen mit Kampfhunden

Niedersachsen, Hannover: Mutter und Sohn vermutlich von Hund totgebissen.
In einer Wohnung dieses Mehrfamilienhauses in Hannover wurden eine Mutter und ihr Sohn vermutlich von einem Hund totgebissen.
© dpa, Peter Steffen, pst htf

Staffordshire-Terrier stehen in vielen Ländern auf der Liste gefährlicher Hunde, zum Teil gilt für sie ein Maulkorbzwang. In Niedersachsen wurde diese 'Rasseliste' aber abgeschafft. Stattdessen müssen dort alle Hundehalter seit einigen Jahren einen Hundeführerschein machen, wenn sie sich ein Tier neu anschaffen. Der sogenannte Sachkunde-Nachweis besteht aus einer theoretischen Prüfung vor Beginn der Hundehaltung und einem Praxistest im ersten Haltungsjahr. Nach einer Vielzahl von teils tödlichen Zwischenfällen mit Kampfhunden war es das Ziel des Tests, die Zahl der Attacken von Hunden zu reduzieren.