Urteil gefallen

Mann tötet Frau mit 25 Stichen - und verkauft danach ihr Auto für 4.000 Euro

Der Angeklagte Ingo K. hat sich im Prozess hinter einem Aktenordner versteckt.
Der Angeklagte Ingo K. hat sich im Prozess hinter einem Aktenordner versteckt.
© RTL, RTL Hessen, Benjamin Holler

04. November 2021 - 7:24 Uhr

Urteil nach viermonatigem Prozess

Vor dem Landgericht Hanau fiel heute das Urteil im Mordprozess um eine in Erlensee im Main-Kinzig-Kreis erstochene Frau. Der Täter wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Richter sahen es am Mittwoch nach dem viermonatigen Prozess als erwiesen an, dass der 41-Jährige seine Bekannte im Juli 2020 getötet hat. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Auto des Opfers wenige Stunden später verkauft

Der 41-Jährige soll das 47 Jahre alte Opfer in dessen Wohnung im Schlaf überrascht und mit 25 Messerstichen umgebracht haben. Beide hatten sich ein Jahr zuvor über ein Online-Dating-Portal kennengelernt. Wenige Stunden nach dem Verbrechen hatte der 41-Jährige das Auto der Frau für 4000 Euro verkauft. Der Mann, der in Privatinsolvenz lebte, habe mit der Beute seiner Freundin vorgaukeln wollen, dass er wohlhabend sei. Rund 2000 Euro habe er an einem verlängerten Wochenende in Hamburg ausgegeben - unter anderem für eine Übernachtung in einer Hotelsuite.

Heimtücke, Habgier und Raubmord

Im Sandweg in Erlensee bei Hanau wurde die 47 Jahre alte Pflegerin umgebracht.
Im Sandweg in Erlensee bei Hanau wurde die 47 Jahre alte Pflegerin umgebracht.
© Fritz Demel

Das Schwurgericht stellte in seinem Urteil mit Heimtücke, Habgier und Raubmord drei Mordmerkmale sowie die besondere Schwere der Schuld fest. Damit ist eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren praktisch ausgeschlossen.

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Der Angeklagte hatte lediglich eingeräumt, in der Wohnung der 47-Jährigen gewesen zu sein. Im Streit und aus Eifersucht habe ihn die Frau mit einem Messer angegriffen. Die Richter schenkten dieser Version keinen Glauben und folgten mit dem Urteil der Forderung aus dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger hatte eine Verurteilung wegen Totschlags in einem minderschweren Fall beantragt. Er kündigte an, Revision gegen das Urteil einzulegen. (dpa/dgö)