Geständnis am ersten Prozesstag

Celina (16) stirbt auf Drogenparty an einer Überdosis - ihr Freund gab ihr die Todespillen

16-Jährige stirbt nach Ecstasy-Konsum - Zwei Männer vor Gericht
Die Anklage geht davon aus , dass der ältere der beiden Angeklagten der 16-Jährigen und einer Freundin zwei Ecstasy Tabletten übergeben hat - unentgeltlich.
RTL Nord

Vor zwei Jahren stirbt die 16-jährige Celina durch zwei Ecstasy-Tabletten. Ein 22-Jähriger muss sich seit Mittwoch vor dem Jugendschöffengericht des Amtsgerichts Hamburg-Harburg verantworten, weil er ihr die Pillen gegeben haben soll, die sie umgebracht haben.

Celina stirbt vor den Augen ihrer Freundin

Am 12. September 2020 verabschiedet sich Mutter Yvonne abends von ihrer Tochter Celina. Die 16-Jährige geht auf eine Party und stirbt dort vor den Augen ihrer Freundin Laila. „Ich war die ganze Zeit da“, erzählt die Freundin der trauernden Mutter nach dem Todesfall. An dem Abend versuchen Rettungskräfte Celina noch zu reanimieren, aber für die 16-Jährige kommt jede Hilfe zu spät.

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Ihr Freund hat Ecstasy auf der Party dabei

Das Mädchen stirbt an einer Überdosis Ecstasy, bzw. an einer von den Drogen ausgelösten Hyperthermie (Überwärmung). Der junge Mann, der Celina die Drogen gegeben hatte, war damals auch auf der Party. Der heute 22-Jährige muss sich nun wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz vor Gericht verantworten. „Die waren sehr eng befreundet, also wirklich berührend eng. Sie hat ihn „Bruderherz“ im Chat genannt und er sie Schwesterherz. Sie waren wirklich ein Herz und eine Seele auf ganz freundschaftlicher Ebene. Das hat ihn sehr getroffen“, sagt Verteidiger Siegfried Schäfer im RTL-Interview.

Am fraglichen Abend soll der Mann Celina und einer Freundin von ihr jeweils eine Pille gegeben haben. Die 16-Jährige soll ihn dann überredet haben, ihr eine zweite Tablette zu geben. Das gesteht der Mann auch vor Gericht.

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Mitangeklagter kommt in psychiatrische Behandlung

Auch ein 21-Jähriger war angeklagt. Er hatte seinem Bekannten laut Staatsanwaltschaft die Ecstasy-Pillen verkauft. Weil der Mann aber wegen einer psychischen Erkrankung infolge intensiven Drogenkonsums als nicht verhandlungsfähig eingestuft wird, wird sein Verfahren abgetrennt. Er kommt in psychiatrische Behandlung.

Prozessauftakt ohne Celinas Mutter

Für Celinas Mutter Yvonne M. ist es kaum zu begreifen, was mit ihrer Tochter passiert ist. Celina wollte nur mit Freundinnen zu einer Geburtstagsparty im Hamburger Stadtteil Winterhude. „Ich habe ihr noch viel Spaß gewünscht“, erinnert sich Yvonne M. unter Tränen in einem RTL-Interview kurz nach Celinas Tod. Die Mutter ist zum Prozessauftakt am Mittwoch nicht anwesend, sondern wird erst zu ihrer Zeugenaussage zu einem weiteren Verhandlungstag kommen.

Erwachsenenstrafrecht oder Jugendstrafrecht?

Der Angeklagte muss laut Gerichtssprecherin Liddy Oechtering bei einer Verurteilung nach Erwachsenenstrafrecht für unerlaubte Abgabe von Betäubungsmittel mit einer Geldstrafe oder mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe rechnen. Es steht aber noch aus, ob gegebenenfalls Jugendstrafrecht angewendet wird, weil der Mann zur Tatzeit noch nicht 21 Jahre alt war. Ein Urteil könnte vor allem wegen des Geständnisses des Angeklagten schon am nächsten Prozesstag fallen.

(dpa/nid/dka)