War es eine Mutprobe?

Zwillingsschwestern (18) werden auf Bahngleisen von Zug erfasst

Zwillingsschwestern von Regionalzug erfasst 18-Jährige tot
01:02 min
18-Jährige tot
Zwillingsschwestern von Regionalzug erfasst

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Zwei 18-jährige Mädchen sind auf Bahnschienen in der Nähe des Bahnhofs Hamburg-Allermöhe von einem Regionalexpress erfasst und schwer verletzt worden. Eine der Zwillingsschwestern starb noch am Unfallort. Offenbar ist nicht auszuschließen, dass hier eine Mutprobe tödlich endete. Jetzt gibt es neue Hinweise, dass die Schwestern nicht zum ersten Mal auf den Gleisen unterwegs waren.

Mehr zu dem schrecklichen Bahnunglück und wie es möglicherweise dazu kommen konnte, sehen Sie im Video.

Finden sich auf den sozialen Netzwerken erste Hinweise?

Laut Informationen der MOPO sollen die Schwestern auf Social Media aktiv Videos gepostet haben, in denen sie unter anderem mit einer Flasche Alkohol am Bahnsteig stehen oder an den Gleisen unterwegs sind. Darunter schreiben die 18-Jährigen zum Beispiel: „Müssen mit Jägermeister auf die Gleise“. Ein Video stammt sogar vom Tag des Unglücks. Wann es allerdings aufgenommen wurde, ist unklar. Dass die Schwestern auch am Dienstagabend unterwegs waren, um Videos für die sozialen Medien zu drehen, lässt sich also nicht ausschließen. Die Bundespolizei kann die Informationen nicht bestätigen, auch weil die wichtigsten Zeugen, nämlich die Eltern und die Schwester, aktuell nicht vernehmungsfähig sind.

Auf Gleise gestellt für den Kick?

Die Bundespolizei ermittelt aktuell, ob eine mögliche Mutprobe zu dem Unglück geführt hat. Demnach könnten sich die Zwillinge auf die Bahngleise gestellt haben, um im letzten Moment bevor der Zug kam, auf die Seite zu springen, quasi für den Kick. Das sollen die Schwestern nicht zum ersten Mal gemacht haben, wie ein Anwohner berichtet: „Die Bahnmitarbeiter haben uns berichtet, dass es hier zwei jugendliche Damen gibt, die im Bereich Neuallermöhe wohnen sollen und die regelmäßig durch die Polizei und durch den DB-Sicherheitsdienst aufgegriffen wurden, weil sie sich auf den Gleisen aufgehalten haben und mehrere Triebfahrzeugführer sich bei der DB-Leitstelle darüber beschwert haben.“ Die Polizei macht dazu derzeit keine Angaben. "Das ist noch Gegenstand der Ermittlungen", sagt der Sprecher der Bundespolizei im Gespräch mit RTL. Aber er bestätigt, „dass in der Vergangenheit einige Sachverhalte polizeilich bekannt geworden sind, die (...) im niedrigschwelligen Bereich (Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten) anzusiedeln sind.“ Zunächst war davon ausgegangen worden, dass die Mädchen beim Überqueren der Schienen erfasst wurden.

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Ärzte kämpfen um das Leben der Schwestern

Gegen 19.40 Uhr am Dienstagabend werden die Einsatzkräfte zum Sophie-Schoop-Weg in Hamburg gerufen. Dort auf den Gleisen, nahe des S-Bahnhofs, sind zwei junge Mädchen von einem Zug erfasst worden. Zunächst finden die Einsatzkräfte nur eine schwer verletzte Person im Gleisbett. Die 18-Jährige ist nicht ansprechbar. Ein Notarzt leitet die Wiederbelebung ein. Doch das Mädchen verstirbt noch am Unfallort. Unterdessen lassen die Einsatzkräfte einen weiteren Notarzt anfordern, denn sie haben laut einem Sprecher der Bundespolizei eine zweite junge Frau entdeckt – es ist die Zwillingsschwester des ersten Opfers. Diese wird ebenfalls vom Notarzt versorgt, kommt mit schweren Verletzungen in eine Klinik und wird dort notoperiert. Ihr Zustand ist stabil, teilte die Polizei mit.

Bahnverkehr wurde eingestellt

Ein EC musste wegen des Rettungseinsatzes umgeleitet werden. Auch der Regionalverkehr sowie die S21 zwischen Billwerder und Bergedorf konnten zwischenzeitlich nicht fahren. Ein Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet. (adr)